So schlimm können die Folgen von Nagelhaut-Beißen sein

Eine Expertin gibt Tipps, wie es am Ende nicht zu bösen Entzündungen kommt.
Eine Expertin gibt Tipps, wie es am Ende nicht zu bösen Entzündungen kommt.Getty Images/iStockphoto
Ständig an der Haut rund um die Finger zu knabbern, ist unschön und kann zu Entzündungen führen. Mit diesen Tipps gewöhnst du dir diesen Zwang ab.

Im Alltag sind unsere Fingernägel wie auch unsere Hände einigem ausgesetzt – was sich durch das aktuell häufige Händewaschen und austrocknende Desinfektionsmittel nicht verbessert hat. Die Folge: Trockene Nagelhaut, die dazu führen kann, dass du dran herumfingerst oder diese sogar blutig beißt. Dadurch werden die betroffenen Hautstellen rau und die durch das Beißen entstandenen Wunden können sich schlimmstenfalls entzünden.

Die Dos und Don’ts beim Nagelhaut-Beißen

Kim Petri, die Inhaberin der Schweizer Kosmetikstudios Schminkbar, weiß nicht nur, was bei trockenen Händen hilft, sondern erklärt dir auch die Ursachen des Nagelhaut-Beißens und was du dagegen tun kannst – oder, was du hier vermeiden solltest.

Warum beißen wir fast schon zwanghaft an der Haut rund um unsere Fingernägel herum?

Kim Petri: Nagelhaut-Kauen ist eigentlich ein harmloser Ausgleichs-Mechanismus – zum Beispiel, wenn du gestresst oder gelangweilt bist. Ist dein Verhalten allerdings zwanghaft, also wenn du regelmäßig einen starken Drang verspürst, die Haut rund um die Fingernägel abzuknabbern, handelt es sich hier allerdings um einen Zwang. Übrigens: Besonders davon betroffen ist jeweils der Daumen.

Was sind hier die Folgen?

Wenn du abstehende oder trockene Nagelhäutchen abbeißt, reißt du die Nagelhaut rund um den Finger weit auf. Das ist nicht nur eine blutige Angelegenheit, vielmehr kann es so zu groben Entzündungen und Infektionen kommen. Denn je mehr Nagelhaut du wegbeißt und je tiefer die betroffene Stelle danach ist, desto heftiger ist die Verletzung.

Falls wir es doch nicht lassen können, gibt es Alternativen?

Im Notfall kannst du die abstehenden Nagelhäutchen mit einem Nagelknipser oder einer feinen Nagelschere abschneiden. Das ist besser, als sie abzubeißen und so nach hinten wegzureißen. Wichtig ist, dass du danach unbedingt eine Pflege verwendest.

Gibt es No-Gos bei der Nagelhaut-Pflege?

Ich rate davon ab, deine Nagelhäutchen daheim mit Profi-Werkzeug in Angriff zu nehmen. Will heißen: Mit einem Nagelhautschieber aus Metall – in der Fachsprache heißt das Teil Grattoir – oder einer Nagelhautzange kannst du dich nicht nur an der Nagelhaut verletzen, sondern – schlimmstenfalls – verletzt du mit solchen Werkzeugen die Fingernägel-Struktur oder die Nagelwurzel. Das kann dazu führen, dass deine Fingernägel nicht mehr so schön wie vorher nachwachsen.

Welche Tools können wir zu Hause problemlos anwenden?

Sogenannte Buffer sind super. Damit kannst du die Oberfläche deiner Fingernägel ausgleichen oder eventuelle Verfärbungen lösen.

Zudem kannst du mit dem Buffer abstehende Nagelhäutchen behandeln. Und zwar, indem du den Buffer wie eine Art Hornhautfeile beim Daumen und anderen Fingern anwendest. Und so geht's: Verwende hierfür einen weichen Buffer und geh’ damit ganz fein über die betroffenen Stellen drüber – so weichst du die abstehenden Häutchen auf und glättest diese. Anschließend ein Nagelhautöl verwenden, das macht die Nagelhaut schön weich. Denn je trockener die Haut um deine Fingernägel ist, desto mehr fransen diese Stellen aus und verleiten dich, daran rumzubeißen.

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