"Ungeimpfte Slowaken schummeln sich ohne Test ins Land"

Ungeimpfte und ungetestete Slowaken sollen vielfach und problemlos nach Österreich kommen. "Sie werden an der Grenze nicht kontrolliert", ärgert sich Margerete H.
Ungeimpfte und ungetestete Slowaken sollen vielfach und problemlos nach Österreich kommen. "Sie werden an der Grenze nicht kontrolliert", ärgert sich Margerete H.EXPA / APA / picturedesk.com
Immer mehr ungeimpfte und ungetestete Slowaken reisen trotz Lockdowns nach Österreich ein, schildert die Wienerin Margarete H. in "Heute".

Das ganze Land ist seit Montag wieder im Lockdown. Das bedeutet Einschränkungen, vorübergehende Schließungen und erneutes Verzichten bis zumindest 13. Dezember. Umso erstaunlicher ist es, dass derzeit viele Nachbarn aus der Slowakei nach Österreich kommen und die Regelungen offenbar einfach umgehen. 

Margarete H. (Name geändert) ist selbst ursprünglich Slowakin, sie lebt und arbeitet schon lange in Wien. Die 38-Jährige ist entsetzt, wie sich ihre ehemaligen Landsleute über den Lockdown in Österreich hinwegsetzen. "Die Leute kommen entweder zum Arbeiten oder privat, um in den noch offenen Geschäften einzukaufen oder Freunde zu besuchen. Die Mehrheit von ihnen ist tatsächlich ungeimpft und sogar ungetestet", berichtet sie.

Bauarbeiter und Pflegerinnen ohne 2G oder Test

"Ich kenne etwa eine Baufirma, die nur Slowaken beschäftigt und von niemandem der Arbeiter 2G oder einen Test verlangt. Und das ist leider bei weitem nicht das einzige Unternehmen", ärgert sich Margarete H.

Ebenso würden erstaunlich viele Pflegerinnen ohne Impfung und Test vulnerable Patienten in Österreich betreuen. "Ich kenne u.a. einen ganz konkreten Fall: Ein 90-jähriger Wiener, der von Slowakinnen gepflegt wird, die sich gegen 2G wehren." Diese vielfach nicht angemeldeten Pflegerinnen werden mit Kleinbussen etwa aus Bratislava abgeholt und zu Familien nach ganz Österreich gebracht. "Ob sie gesund oder nicht sind, weiß niemand. Das ist doch fahrlässig!"

Auch zahlreiche Reinigungskräfte, die aus der Slowakei nach Österreich pendeln und in privaten Haushalten arbeiten, weigern sich, geimpft oder getestet zu werden, kennt die Wienerin mehrere Fälle aus ihrem Umfeld.

"Niemand wird kontrolliert"

Das Problem, das Margarete H. schildert, beginnt schon bei der Einreise nach Österreich: "Die Menschen werden an den Grenzen in Kittsee und Berg nicht kontrolliert. Die slowakischen Beamten überprüfen nie, die Österreicher nur stichprobenartig." In mehreren Facebook-Foren tauschen sich Menschen sogar ganz offen darüber aus, wann und wie man am Besten über die Grenzen fährt, um nicht seinen Grünen Pass zeigen zu müssen.

"Dasselbe gilt auch für Zugfahrten. Hier gibt es keine Kontrollen. Darauf sind manche sogar noch stolz und teilen das auf Facebook", schildert die Wienerin weiter, die davon Screenshots (auf Slowakisch) gemacht hat. In der Slowakei, so die 38-Jährige weiter, seien die Menschen mehrheitlich eher impfskeptisch. Das liege auch am mangelnden Vertrauen in die Politik. "Viele rufen im Netz zu Demos auf, die Impfgegner sind viele und laut."

Schärfere Überprüfung gefordert

Margarete H. geht im wahrsten Sinne das Geimpfte auf: "Ich bin selbst Slowakin, es geht mir nicht darum, ein ganzes Land zu beschuldigen. Aber ich finde es als dreifach Geimpfte unverantwortlich, dass wir in Österreich im Lockdown sind, uns an alles halten und andere Menschen aus Nachbarländern sich bei uns ungeimpft, ungetestet und ungehindert aufhalten können."

"Heute" hat beim Innenministerium nachgefragt, ob solche Vorfälle bekannt sind, und wartet noch auf Antwort.

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