Studie: So soll Botox gegen Depressionen helfen

Depressionen können eine 
Depressionen können eine Unsplash
In einer Studie kamen Ärzte auf positive Effekte des Falten-Killers Botox gegen Borderline. Auch Depressionen könnten gelindert werden.

Botox (das Gift eines Bakteriums) ist als sogenanntes Muskelrelaxans dafür bekannt, Nerven stillzulegen. Dies hat sich vor allem weltweit in Beauty-Behandlungen durchgesetzt. Ein paar Pikser in die Stirn und schon ist man in wenigen Tagen die Zornes- oder Stirnfalten los.

Doch Falten sind nicht das einzige, was man damit bekämpfen kann. In vielen Bereichen in der Medizin wird Botox ebenfalls eingesetzt, wie beispielsweise gegen Kopfschmerzen, die durch Verspannungen hervorgerufen werden.

Dass es auch im Einsatz gegen psychische Erkrankungen ist, ist allerdings noch relativ neu. Im Fokus stehen hier Depressionen und Borderline. 2016 fanden Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Asklepios Klinik Nord-Ochsenzoll heraus, dass es die Symptome von Borderline lindern kann. 

Zornesfalte im Fokus

Bei Borderline leiden Menschen unter extremen Gefühlsschwankungen, führen instabile zwischenmenschliche Beziehungen. Oftmals ist Borderline auf Traumata in der Kindheit zurückzuführen. 
Durch die Verabreichung von Botox in die Stirnpartie, insbesondere in den Bereich der Zornesfalte, konnte man eine Linderung der Symptome um 50 Prozent feststellen, wie die Forscher Prof. Dr. Tillmann Krüger und PD Dr. Marc Axel Wollmer  publizierten. Der Grund: Der Ausdruck von starken Emotionen wird verhindert, was dem Gehirn negative Signale vermittelt. 

Bei Patienten mit depressiven Verstimmungen gingen die Symptome ebenfalls nach der Botox-Behandlung um 50 Prozent zurück, wie eine weitere Studie der beiden Mediziner feststellten. Durchgeführt wurden die Behandlungen vor allem bei Patienten mit chronischer Depression und ausgeprägter Zornesfalte.

Nachteil: Botox kann mit der Zeit an Wirkung verlieren

In den meisten Fällen hält die Wirkung des Botulinumtoxin vier bis sechs Monate an. Allerdings ist dies von Patient zu Patient unterschiedlich. Bei jahrelanger Verwendung kann dies sogar dazu führt, dass Patienten Antikörper aufbauen - die Wirkung, wie Dr. Philipp Albrecht von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im Fachblatt "Neurology" schrieb, wäre dadurch gemindert. Dies betraf 15 Prozent der Teilnehmer seiner Studie. 

Suizidgedanken? Holen Sie sich Hilfe, es gibt sie.

Wenn Sie unter Selbstmord-Gedanken oder Depressionen leiden, dann kontaktieren Sie die Telefonseelsorge unter der Nummer 142, täglich 0-24 Uhr

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