So soll Corona-Mutation in Tirol ausgelöscht werden

Mayrhofen im hinteren Zillertal ist einer der Hotspots der Südafrika-Mutante im Bezirk Schwaz.
Mayrhofen im hinteren Zillertal ist einer der Hotspots der Südafrika-Mutante im Bezirk Schwaz.EXPA / APA / picturedesk.com
100.000 Impfdosen sollen die gefährliche Südafrika-Mutation im Tiroler Bezirk Schwaz endgültig "auslöschen". Alle Einwohner sollen geimpft werden.

Dieses radikale Vorgehen enthüllte die Bundesregierung bei einer Pressekonferenz in Anschluss an den Ministerrat am heutigen Mittwoch. Der Tiroler Bezirk Schwaz, der als europäischer Hotspot für die Südafrika-Mutante B.1.351 gilt, soll in Absprache mit der EU und dem Impfstoffhersteller BioNTech/Pfizer zu einer Versuchsregion werden.

Mit einer vorgezogenen Lieferung von 100.000 zusätzlichen Impfstoff-Dosen des mRNA-Vakzins könne bereits kommende Woche allen impfbereiten Bewohner des Bezirks Schwaz ab 16 Jahren eine Corona-Schutzimpfung verabreicht werden. Drei Wochen später – ab 1. April – erfolgt dann die notwendige zweite Teilimpfung.

"Für die erfolgreiche Bekämpfung der Südafrika-Mutation im Bezirk Schwaz ist die Durchimpfung der Bevölkerung von entscheidender Bedeutung", so Bundeskanzler Sebastian Kurz und der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (beide ÖVP) unmittelbar nach Abschluss der Verhandlungen mit der EU.

"Mit aller Kraft"

Der Bezirk Schwaz wird dabei zu einer wissenschaftlichen Modellregion der EU. Wissenschafter sollen die Auswirkungen des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs auf die Ausbreitung der südafrikanischen Virusmutation beobachten und protokollieren. Derzeit wird angenommen, dass der eingesetzte mRNA-Impfstoff auch bei B.1.351 wirksam ist.

"Wir haben nun die Chance, ein einmaliges Forschungsprojekt – ein Zeichen europäischer Solidarität – zu realisieren", erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) via Aussendung dazu. "Wir arbeiten mit aller Kraft gegen die Ausbreitung dieser Mutation. Gemeinsam mit einer Ausreise-Testung aus dem Bezirk Schwaz kann dies zu einer erfolgreichen Begrenzung des Südafrika-Virus beitragen."

Testpflicht für Tiroler

Die Durchimpfung des Bezirks Schwaz geht auch mit einem Auslaufen der Testverpflichtung zum Verlassen des Bundeslandes Tirol mit 10. März 2021 einher. Diese Ausreisetestpflicht für alle Tirolern läuft am 10. März aus.

Zu den Bedingungen, damit die 100.000 Impfstoffe von der EU zur Verfügung gestellt werden, zählt eine Testverpflichtung für die Modellregion Schwaz. Ab 11. März benötigen alle Personen mit Wohnsitz im Bezirk Schwaz den Nachweis eines negativen Coronatests (PCR-Test nicht älter als 72 Stunden oder Antigentest nicht älter als 48 Stunden), wenn sie ihren Heimatbezirk verlassen wollen. Diese Maßnahme endet mit 25. März. Es gelten dabei dieselben Ausnahmen von der Testverpflichtung wie jüngst bei der Gemeinde Mayrhofen.

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Um bereits nächste Woche im gesamten Bezirk Schwaz alle Bewohner ab 16 Jahren impfen zu können, laufen derzeit die logistischen Vorbereitungen auf Hochtouren. Alle Personen des Bezirkes Schwaz, die noch keine Impfung erhalten haben und die sich noch nicht auf www.tirolimpft.at für eine Covid-Impfung angemeldet haben, sollen dies "bitte schnellstmöglich" tun. Weitere Details werden in den nächsten Tagen bekanntgegeben.

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