Fussball

So tickt der neue Salzburg-Coach Struber wirklich

Gerhard Struber ist der neue Cheftrainer von Red Bull Salzburg. "Heute" verrät den Werdegang und die Geheimnisse des 46-Jährigen. 
Martin Huber
31.07.2023, 12:55
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Ein Salzburger ist Salzburg-Trainer! Am Montag kurz vor 13 Uhr machte es Red Bull Salzburg offiziell. Gerhard Struber ist der neue Trainer in der Mozartstadt. Er unterschrieb für zwei Jahre, folgt auf Matthias Jaissle, der dem Millionenruf aus der Wüste folgte und zu al-Ahli nach Saudi-Arabien wechselte.

Der 46-Jährige kehrt nach vier Jahren ins Salzburger Bullen-Reich zurück. Obwohl er zuletzt bei den New York Red Bulls nicht überzeugte und in 87 Spielen nur einen Punkteschnitt von 1,40 schaffte. Zu wenig – der deutsche Sportdirektor Jochen Schneider beendete im Mai die Ära Struber. Jetzt wartet die nächste und noch größere Herausforderung auf den Coach, der zuvor bei Barnsley, Wolfsberg und Liefering arbeitete.

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"Er hat die Spielidee verinnerlicht, kennt die Werte des Klubs", sagt Neo-Sportdirektor Bernhard Seonbuchner. "Ich freue mich auf diese Rolle, die mir wahnsinnig viel bedeutet. Für mich war schnell klar, dass ich das machen will. Ich kann meine persönlichen Überzeugungen ausleben. Die Ziele sind enorm, das reizt mich", sagt Struber, der morgen das erste Training leiten wird und Co-Trainer Bernd Eibler mitnimmt. "Ich will die Jungs und die Menschen kennenlernen."

"Ich bin ein Überzeugungstäter. Wir wollen proaktiv spielen", sagt Struber. "Der Kader ist mehr als sexy, auf einem sehr hohen Niveau. Aber ich schaue mich auch nach dem einen oder anderen Spieler um." Bei Matthias Jaissle wird er sich keine Infos zur Mannschaft holen. "Die Roaming-Gebühren nach Saudi-Arabien sind relativ hoch."

In Salzburg gehört Struber praktisch zum Inventar. Bereits 2007 startete "Strubsi" bei den "Bullen". Er trainierte die U19, arbeitete als Co-Trainer von Gerhard Schweitzer. Seine Schützlinge damals: Stefan Lainer und Stefan Schwab.

Erst 2015 wurde er erstmals Cheftrainer bei RB, da coachte er die U15. Von 2012 bis 2014 trainierte er den SV Kuchl. Bei diesem Verein begann er als Kind mit dem Fußball, ehe er mit 14 Jahren in den Nachwuchs von Austria Salzburg wechselte. Dort holte er 1995 und 1997 als Spieler den österreichischen Meistertitel.

Das Cup-Duell Ende September gegen Red Bull wird deshalb ein besonders emotionales Spiel. Die "Violetten" waren der einzige Klub, für den Struber in der Bundesliga spielte. In der 2. Liga war er für die Admira, Wörgl, Bad Bleiberg und den LASK im Einsatz. 

Als Spieler arbeitete Struber mit prominenten Trainern zusammen: Otto Baric, Hans Krankl, Heribert Weber, Hans Backe, Didi Mirnegg oder Stefan Kraft.  

Seine Ausbildung zum Pro-Lizenz-Trainer absolvierte er mit den aktuellen Bundesliga-Trainern Christian Ilzer und Gerald Scheiblehner, sondern auch mit seinem neuen Chef in Salzburg Bernhard Seonbuchner sowie Christoph Freund, der als sein Freund und Förderer gilt und im September zu Bayern München wechselt.

Fußball war nicht immer alles im Leben von Struber. Von 2006 bis 2014 arbeitete er auch bei bei der Allianz Elementar Versicherungs AG. Zunächst als Kundenberater, später als Führungskraft und Gebietsleiter.

Salzburg-Geschäftsführer Stephan Reiter meint zur Verpflichtung: "Wir freuen uns, dass wir so schnell zu einer hervorragenden Trainerlösung gekommen sind. Mit Gerhard, der auf nationaler sowie auch auf internationaler Ebene über verschiedene Stationen viel an Erfahrung gewinnen konnte, setzen wir unseren erfolgreichen Salzburger Weg in unserer Ideologie fort. Zusätzlich freut es mich, dass der geborene Kuchler als erster echter Salzburger-Trainer schon viele seiner zukünftigen Kollegen und die Kultur unseres Klubs kennt."