Mehr als 1600 Offshore-Windanlagen stehen bereits vor den deutschen Küsten und liefern knapp ein Fünftel des Windstroms. Bis 2045 sollen es insgesamt 70 Gigawatt sein. Doch die gewaltigen Turbinen haben Auswirkungen, die weit über die Stromerzeugung hinausgehen.
Die Windräder verändern die natürlichen Strömungsverhältnisse im Meer. Hinter den Anlagen fließt das Wasser langsamer, während intensive Verwirbelungen es zugleich durchmischen. Das wirkt sich auf Sedimente und die Temperaturschichtung aus.
Wie Spektrum der Wissenschaft berichtet, können diese Effekte bis zu 70 Kilometer hinter einem Windpark nachweisbar sein. Simulationen zeigen, dass bei einem Ausbauszenario bis 2050 die Oberflächengeschwindigkeit um bis zu 20 Prozent sinken könnte.
Die Folgen sind noch schwer abzuschätzen. Einerseits könnte ein ruhigerer Wellengang die Schifffahrt erleichtern und die reduzierte Strömung das Planktonwachstum fördern, was zu größeren Fischbeständen führen könnte.
Andererseits ist unklar, ob weniger Sediment an die Küsten gespült wird, was für den Küstenschutz relevant wäre. Forscher vom Helmholtz-Zentrum Hereon untersuchen die Wechselwirkungen nun genauer.
Der bisherige Forschungsstand zeigt: Je höher die Windräder gebaut werden und je weiter sie voneinander entfernt stehen, desto geringer ist ihr Einfluss auf die Meeresströmungen. Die Forscher empfehlen, dies bei der Planung neuer Windparks zu berücksichtigen.