So verpfuschte falsche Beauty-Helferin Gesicht von Frau

Eines der Opfer der falschen Beauty-Ärztin.
Eines der Opfer der falschen Beauty-Ärztin.Privat
Die Assistentin wurde zu 15 Monaten bedingter Haft verurteilt. Sie sei "naiv" gewesen, so ihre Verteidigerin. Die falsche Beauty-Ärztin tauchte ab. 

Sie habe die Ärztin für echt gehalten, rechtfertigte sich die Wienerin (22) Dienstag vor Gericht in Wien. Die von der Frau über Instagram angebotene "Russian Lips"-Technik sei bei jungen Kundinnen sehr beliebt gewesen. Als die falsche Ärztin im Februar krank war, beauftragte sie ihre Assistentin, eine Lippenvergrößerung vorzunehmen. "Sie war jung und naiv", so Verteidiger Sascha Flatz. Die 22-Jährige habe Angst gehabt, ihren Job zu verlieren. Sie sei von der Verdächtigen beruhigt worden, diese habe gesagt, es würde sich lediglich um eine "Auffrischung" der Lippenbehandlung handeln.

"Ich bin auch Ärztin"

"Sie hat gesagt, ich brauche keine Angst haben, sie sei auch Ärztin“, sagte die betroffene Kundin (27) als Zeugin vor Gericht aus. Sie war auf die mutmaßliche Betrügerin hereingefallen, für die Behandlung extra von Deutschland nach Wien gekommen. Die Assistentin spritzte ihr Hyaluron aus einer bereits angebrochenen Ampulle. Zumindest verwendete die 22-Jährige aber eine neue Nadel. Das Opfer zahlte 220 Euro für die erste und 150 Euro für die zweite Behandlung. Nach der Lippen-Spritze habe sie Schmerzen und ein Spannungsgefühl gehabt. Schon bald habe sie kleine Knoten im Gewebe gespürt. Über Instagram habe sie dann bald Warnungen erhalten, dass es sich bei der Ärztin um eine mutmaßliche Betrügerin handeln würde. 

Angeklagte reumütig

Die Angeklagte zeigte Reue. "Es tut mir total leid", so die 22-Jährige vor Gericht. Sie gab ihr die 150 Euro "Behandlungskosten" wieder zurück. Laut einer Sachverständigen habe die falsche Beauty-Ärztin und ihre Assistentin nicht unter sterilen Bedingungen gearbeitet, die Spritzen wurden falsch verabreicht – die Opfer deshalb schwer verletzt. 

Die 22-Jährige wurde am Dienstag wegen Betruges und schwerer Körperverletzung zu 15 Monaten bedingter Haft verurteilt. Der Spruch ist bereits rechtskräftig. Nach der untergetauchten falschen Beauty-Ärztin (25) wird per Haftbefehl gesucht, es gilt die Unschuldsvermutung. 

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