So verwüstet das Unwetter halb Österreich

Weiter gehen heftige Gewitter über Österreich nieder. Bilder aus verschiedensten Bundesländern zeigen das Ausmaß der Zerstörung der Unwetter.
Hagel, Muren, umgestürzte Bäume, überflutetet Häuser – und keine Ende in Sicht. Auch am Sonntag warnen Meteorologen vor Regenfällen mit bis zu 100 Liter Wasser pro Quadratmeter. Was sie bereits angerichtet haben, zeigen Bilder aus so gut wie allen österreichischen Bundesländern. In Salzburg wurde sogar eine Brücke weggerissen, im Burgenland fiel in einigen Gemeinden der Strom aus.

Gegen 21 Uhr kam es in Sonntag-Buchboden in Vorarlberg zu einem Murenabgang. Die Mure verschüttete Teile des Güterweges Metzgertobel sowie einen im Bereich der Einmündung des Matonabaches in die Lutz gelegenen Parkplatz. Dabei wurden vier abgestellte Autos durch die Schlamm- und Geröllmassen verschüttet. Durch die Mure kam es zusätzlich zu einer Beschädigung der Stromversorgungsleitung des Gasthauses "Bad Rothenbrunnen".

Fahrzeuge verschüttet

Hier wird eine Ersatzversorgung mittels Notstromaggregat der Vorarlberger Kraftwerke eingerichtet. Es sind derzeit keine Hinweise auf verletzte oder verschüttete Personen bekannt. Mit den Aufräumarbeiten am Güterweg wurde bereits begonnen. Die Bergung der zum Teil bis zum Dach verschütteten Fahrzeuge erfolgt in den nächsten Tagen. Die Feuerwehr Sonntag rückte mit zwei Fahrzeugen und 20 Mann aus, ebenso im Einsatz war der Polizeihubschrauber.

Aufgrund des heftigen Hagelgewitters kam es zuvor bereits gegen 18:25 Uhr in den Gemeindegebieten von Nenzing und Bludesch-Gais zu mehreren lokalen Überschwemmungen. Ein in der Unterführung Gaiserstraße (L87) steckengebliebenes Fahrzeug musste von der Feuerwehr geborgen werden. Die L87 war im Bereich des Nenzinger Tunnels bis 19:40 Uhr nicht passierbar und der Verkehr musste über die Gemeindestraßen umgeleitet werden. Weitere Straßenabschnitte sowie sechs Wohnhauskeller wurden überschwemmt. Die Feuerwehren Nenzing und Bludesch waren insgesamt mit 9 Fahrzeugen und 57 Einsatzkräften im Einsatz.

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Teile Burgenlands ohne Strom

Im Burgenland tobten so heftige Gewitter, dass am Samstagnachmittag plötzlich unzählige Haushalte ohne Strom waren. Zudem setzte der Starkregen mehreren Ortschaften zu. In Pinkafeld musste die Feuerwehr ausrücken, um überschwemmte Keller auszupumpen. Auch die Steiermark stand am Nachmittag auf einmal ohne Strom da: Wie die "Energie Steiermark" auf Facebook mitteilte, hatten aufgrund der Gewitter 5.500 Haushalte keine Elektrizität mehr. Für den größeren Schaden sorgte wohl jedoch der Hagel für die Landwirtschaft. Wie hoch dieser wirklich ist, wird sich aber erst in den kommenden Tagen zeigen.

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In Tirol kam es gleich zu mehreren Vermurungen und Überflutungen. Kirchdorf stand teilweise komplett unter Wasser. Im Spertental haben Bagger viel Arbeit vor sich, um die Schlammlawinen wegzuräumen. Einige Pkw wurden von den Muren erfasst und beschädigt. Wie hoch der Sachschaden ist, ist noch unklar. Über Verletzte ist nichts bekannt.

So geht es weiter

Am Wochenende liegt Österreich im Einflussbereich gleich zweier Tiefs – eines über Polen und Norddeutschland, ein weiteres etabliert sich am Sonntag über Norditalien. In der sehr feuchten und labil geschichteten Luft muss man an beiden Tagen quer über das Land verteilt mit zum Teil kräftigen Regenschauern und Gewittern rechnen.



Neben großen Regenmengen können diese auch Hagel mit sich bringen. "Im Laufe des Sonntags gehen die Schauer und Gewitter in den Nordalpen vom Bregenzerwald bis zum Mostviertel in länger anhaltenden und zum Teil ergiebigen Regen über, der bis Montagfrüh anhält", sagt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. "40 bis 70 l/m² Regen sind dort durchaus möglich, lokal sind auch Regenmengen um 100 l/m² zu erwarten."

Heftige Gewitter und Hagel

Die zahlreichen Schauer und Gewitter, speziell aber die großen Regenmengen in den Nordalpen lindern die Trockenheit des laufenden Sommers. "Österreichweit fehlen derzeit mehr als 50% auf eine ausgeglichene Niederschlags-Bilanz, in den kommenden beiden Tagen verringert sich dieses Defizit immerhin etwas." Die großen Regenmengen in relativ kurzer Zeit können von den ausgetrockneten Böden aber zum Teil nur sehr schlecht aufgenommen werden, sodass man in den betroffenen Regionen mit kleinräumigen Überschwemmungen und Muren rechnen muss.



Am Sonntag scheint im Bereich zwischen dem Salzkammergut, der nördlichen Obersteiermark und dem Donauraum zeitweise die Sonne, im Bergland und im Süden gehen von der Früh weg gewittrige Schauer nieder. Diese breiten sich im Tagesverlauf aus, stellenweise sind heftige Gewitter mit Hagel dabei. Im Osten weht lebhafter Südostwind, vom Ausseerland bis zum Schneeberg wird es vorübergehend föhnig. Je nach Sonne und Föhn 20 bis 31 Grad.

Es regnet weiter

Am Montag regnet es bereits aus der Nacht heraus gebietsweise kräftig und gewittrig durchsetzt. Tagsüber gehen weitere Schauer und Gewitter nieder, die zum Abend hin allmählich seltener werden. Dazwischen zeigt sich auch die Sonne, häufiger sonnig wird es im Süden. Im Donauraum frischt lebhafter bis kräftiger Westwind auf. Die Höchstwerte liegen zwischen 21 und 29 Grad.



Der Dienstag beginnt mit vielen Wolken und von Oberösterreich bis ins Burgenland sowie in der Steiermark mit Regenschauern. In Osttirol und Kärnten setzt sich rasch die Sonne durch, aber auch sonst scheint sie ab dem Vormittag zeitweise. Am Nachmittag und Abend sind im Bergland sowie im Wald- und Weinviertel vereinzelt Schauer und Gewitter möglich, meist bleibt es aber trocken. Die Luft erwärmt sich auf 24 bis 32 Grad. (rfi)

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