So viel Dreck tragen wir mit Schuhen in die Wohnung

Auf Schuhsohlen finden sich viele Bakterien, die wir in die Wohnräume tragen
Auf Schuhsohlen finden sich viele Bakterien, die wir in die Wohnräume tragen
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Auf unseren Schuhsohlen sammeln sich neben Staub und Schmutz auch Bakterien. Das kann zum Problem werden.

Die Corona-Pandemie hat uns die Wichtigkeit von Hygienemaßnahmen vor Augen geführt. Unser Körper ist täglich mit Millionen von Bakterien und Viren konfrontiert. Dank unseres Immunsystems, das man mittels eines gesunden Lebensstils optimal rüstet, werden wir davon jedoch nur selten schwer krank. 
Das mit der Sauberkeit gilt jedoch nicht nur fürs Händewaschen, sondern auch für unser Schuhwerk. Verschiedene Studien aus den USA raten dazu, die Schuhe vor dem Betreten der Wohnung auszuziehen. Am besten schon draußen vor der Haustür.

Bakterienteppich für Babys und Kleinkinder ein Problem

Denn man trage mit den Schuhen weitaus mehr als nur Schmutz in die Wohnräume, wie Cindy Gellner, MD, Kinderärztin an der University of Utah Health bestätigt. "Bakterien, einschließlich Escherichia coli, befinden sich auf den meisten Schuhen. Ihre Schuhe kommen in Kontakt mit Bakterien von Toilettenböden und aus dem Freien". Escherichia coli ist ein Bakterium, das Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen verursacht.

"Wenn Sie Ihre Schuhe nicht ausziehen oder sie nicht reinigen, können Sie die Bakterien ins Haus übertragen. Dies ist besonders in Haushalten ein Problem, in denen ein Säugling oder ein Kleinkind herumkrabbelt, weil alles, was sie an die Hände bekommen, schließlich in den Mund gelangt."

Toilettensitz sauberster Ort im Haus

Mikrobiologe Dr. Charles Gerba von der University of Arizona untersuchte verschiedene Räume eines Hauses. Es zeigte sich, dass die sauberste Oberfläche der Toilettensitz war, weil dieser am öftesten mit antibakterieller Lösung gereinigt werde. Die schmutzigste Stelle war der Küchenabfluss.

Fußmatte vor der Tür als Übeltäter

Kevin Garey von der University of Houston, Texas, verbrachte zwei Jahre damit, die Verbreitung des widerstandsfähigen Bakteriums Clostridium difficile zu untersuchen. Das Forschungsteam sammelte Proben in öffentlichen Parks, Lebensmittelläden, Restaurants und in Houstons Häusern, um sie zu vergleichen. Es stellte sich heraus, dass ihre Schuhe viel mehr Keime mit nach Hause brachten, als sie erwartet hatten.

Mehr als 26 Prozent der Schuhsohlen aus der häuslichen Umgebung wurden positiv auf Clostridium difficile getestet, fast dreimal höher als die Menge, die in Küchen und Bädern gefunden wurde. "Ihre Fußmatte vor der Haustür ist der schlimmste Übeltäter", fügt Garey hinzu. "Sie könnten Keime abwischen, aber auch neue hinzufügen." Fast eine halbe Million Amerikaner wurden im Jahr 2011 mit Clostridium difficile infiziert, was zu 29.300 Todesfällen führte. Zu den Symptomen gehören Fieber, Bauchschmerzen und explosiver Durchfall. Ältere Menschen und Patienten, die Antibiotika einnehmen sind am gefährdetsten. Aber für die meisten gibt es keinen Grund zur Panik. Wenn Sie kein Hochrisikopatient sind, der Antibiotika einnimmt, "müssen Sie sich kaum Sorgen machen", so Garey.

Schuhe regelmäßig reinigen

Als Gegenmaßnahme kann man die Schuhe bereits draußen vor der Wohnungstür ausziehen. Eine regelmäßige Reinigung der Schuhe und Schuhsohle empfiehlt sich. Vor allem bei Schuhe mit tiefem Profil kann mehr Schmutz haften bleiben. Man kann die Schuhsohle sogar mit Desinfektionsmittel besprühen.

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