Österreich

So viel kostet Österreich der Klimawandel

Heute Redaktion
13.09.2021, 19:58

Das unberechenbare Wetter richtet nicht nur in ganz Österreich große Schäden an, es reißt auch ein tiefes Loch in die Geldbörsen der heimischen Bevölkerung.

Tobende Stürme, schwere Hagel-Gewitter, Monsun-Regenfälle Hitze-Tage mit Temperaturen über 35 Grad - noch nie gab es in Österreich so viele Unwetter-Warnungen wie im Jahr 2017.

Die Unwetter hinterließen in vielen Gegenden eine Spur der Verwüstung und verwandelten einzelne Ortschaften sogar in Katastrophengebiete.

Doch die schweren Regenfälle und Hagelstürme richten nicht nur enorme Schäden im Land an, sondern kommen die Österreicher auch finanziell teuer zu stehen.

"Extremereignisse haben zugenommen"

Laut Versicherungen belaufen sich die Unwetter-Schäden im vergangenen Jahr auf satte 100 Millionen Euro. Sollten die Wetter-Extreme in den nächsten Jahren so weiter gehen, wird der Klimawandel Österreich bis zum Jahr 2050 jährlich 8,8 Milliarden Euro kosten.

"Wir sehen, dass im Durchschnitt, über die Dekaden gerechnet, die Extremereignisse zugenommen haben. Auch in den Schadenswirkungen, weil die Extremereignisse stärker sind", so Umwelt- und Klimaökonom Karl Steiniger gegenüber "Puls4".

Unwetter schaden Landwirtschaft und Tourismus

Vor allem die Landwirtschaft ist von den Schäden betroffen. Viele Bauern müssen aufgrund der schweren Unwetter Ernteausfälle hinnehmen. So habe der späte Frost im April rund die Hälfte die Hälfte der steirischen Apfelernte zerstört.

Und auch am heimischen Tourismus gehen die Gewitter und Regenfälle nicht spurlos vorbei. Bis 2045 könnte für die Branche ein Schaden von rund 90 Millionen Euro entstehen, sollten der Klimawandel so weiter gehen. Und zwar pro Jahr!

Besonders der Winter-Tourismus muss mit Einbußungen rechnen, da schneebedeckte Berge in Zukunft eher eine Seltenheit sein werden.

Problem für Gesundheit

Für Personen, die aber ohnehin lieber im warmen Urlaub machen, gibt es aber auch keine gute Nachricht. So sieht Steiniger die "Wegbewegung von Tourismus aus dem Mittelmeer", da es dort einfach zu heiß werde.

Die Unwetter sind aber nicht nur für die Landwirtschaft oder den Tourismus ein Problem, auch für die menschliche Gesundheit hat der Klimawandel Auswirkungen. Temperaturen über 35 Grad belasten nämlich das Herz-Kreislauf-System massiv. Vor allem für kranke und ältere Menschen birgt das eine große Gefahr.

Derzeit gebe es laut Steiniger in Österreich knapp 200 vorzeitige Todesfälle durch Sommer-Hitzwellen, zur Mitte des Jahrhunderts wird zumindest eine Vervierfachung erwartet - das bedeutet um die 6.000 bis 9.000 Fälle.

Mit welchen Mitteln der Klimawandel bekämpft werden kann, sehen Sie im Video oben.

(red)

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