Wirtschaft

So viel müssen wir beim Einkaufen draufzahlen

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:25

Der typische wöchentliche Einkauf der Österreicher, der Nahrungsmittel, Dienstleistungen und Treibstoffe enthält, hat sich im April mit 3,8 Prozent stärker verteuert als die allgemeine Inflationsrate von 2,3 Prozent. Dafür lagen die Kosten für den täglichen Einkauf mit einem Plus von 2,0 Prozent darunter.

Die Teuerung hat in Österreich auch im April an Dynamik verloren, entscheidende Preiskategorien, wie etwa der typische Wochen-Einkauf der Österreicher, sind aber drastisch in die Höhe geschossen - etwa bei Nahrungsmitteln, Dienstleistungen und Sprit.

Hier der Überblick:



Kategorie
Teuerung


Allgemeine Inflationsrate
2,3 Prozent


Wohnung, Wasser, Energie
3,4 Prozent


Treibstoffpreise
8 Prozent


Versicherungen
2,2 Prozent


Körperpflege
2,4 Prozent


Uhren und Schmuck
11 Prozent


Restaurants und Hotels
2,7 Prozent


Fleisch
5 Prozent


Brot, Getreide- und Molkereiprodukte
4 Prozent


Alkoholfreie Getränke
4,2 Prozent


Kaffee
11 Prozent


Kleidung und Schuhe
3 Prozent


Gemüse
-2 Prozent


Obst
-19 Prozent



Die Inflationsrate ist im April 2012 gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres leicht auf 2,3 Prozent (März: 2,4 Prozent, Februar: 2,6 Prozent) zurückgegangen. Das war der niedrigste Wert seit Dezember 2010 (2,3 Prozent), teilte die Statistik Austria am Mittwoch mit. Hauptpreistreiber waren "Wohnung, Wasser und Energie" mit Preisanstiegen von durchschnittlich 3,4 Prozent. Unterdurchschnittlich entwickelten sich die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. Hier betrug der Anstieg im Jahresabstand nur 1,7 Prozent. Gegenüber dem Vormonat März stiegen die Preise um 0,4 Prozent.

Der für die Eurozone errechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex betrug im April ebenfalls 2,3 Prozent - nach 2,7 Prozent im März und 2,6 Prozent im Februar. Vor allem Restaurants und Hotels, Freizeit- und Kulturdienstleistungen sowie Treibstoffe wirkten sich hier verteuernd aus. Gedämpft wurde der HVPI durch Ausgaben für die Instandhaltung von Wohnungen sowie Versicherungsdienstleistungen, weil sie geringer gewichtet werden als im VPI.

Obst billiger, Öl und Gas teurer

Der Pensionistenpreisindex (PIPH) stieg im April ebenfalls um 2,3 Prozent, nach 2,5 Prozent im März und 2,6 Prozent im Februar. Höhere Preise für Gesundheitspflege, Sozialschutzdienstleistungen sowie Heizöl und Gas ließen den Index stärker steigen als den VPI. Kompensiert wurde dieser Anstieg durch die geringer gewichteten Preisanstiege bei Treibstoffen und Mieten. Zusätzlich dämpften Verbilligungen bei Obst.

Generell dominierten im April die höheren Ausgaben in folgenden Bereichen beim Anstieg der Inflation. Hauptpreistreiber war die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" mit durchschnittlich 3,4 Prozent im Jahresabstand. Ausschlaggebend dafür waren Preisanstiege für die Instandhaltung von Wohnungen (+3,5 Prozent) und höhere Wohnungsmieten (+4,9 Prozent). Haushaltsenergie kostete durchschnittlich um 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr, Gas um 7 Prozent, Heizöl um 6 Prozent, Strom blieb dagegen unverändert.

Treibstoffpreis um 8 Prozent gestiegen

Ausgaben für "Verkehr" verteuerten sich um 2,6 Prozent, wobei die Treibstoffpreise um 8 Prozent anstiegen. Auch die Wartung und Reparatur von Pkw verteuerte sich um 4 Prozent. Neue Pkw kosteten um 1 Prozent weniger, Flugtickets verbilligten sich sogar um 6 Prozent.

Die Preise für Versicherungsdienstleistungen legten um 2,2 Prozent zu, für Körperpflege musste man im April um 2,4 Prozent mehr ausgeben als vor einem Jahr und für Uhren und Schmuck um 11 Prozent mehr. Restaurants und Hotels verteuerten sich im Schnitt um 2,7 Prozent.

Kaffee explodiert um 11 Prozent

Unterdurchschnittlich entwickelten sich die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken mit einem durchschnittlichen Anstieg von 1,7 Prozent. Aber auch hier gab es Ausreißer: so verteuerten sich Fleisch und Fleischwaren um 5 Prozent, Brot und Getreideerzeugnisse sowie Molkereiprodukte jeweils um 4 Prozent. Diese wurde durch Verbilligungen bei Obst (-19 Prozent) und Gemüse (-2 Prozent) größtenteils aufgefangen. Alkoholfrei Getränke verteuerten sich allerdings deutlich um 4,2 Prozent, Kaffee sogar um 11 Prozent.

  

Im Monatsabstand wurden vor allem Kleidungs- und Schuhartikel teurer - um jeweils 3,0 Prozent. Hierfür werden Änderungen im Sortiment der Frühjahrs-/Sommerkollektion verantwortlich gemacht. Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand waren überwiegend deutliche Verbilligungen bei Gemüse (-4 Prozent).

Jetzt E-Paper lesen