So viel Österreich steckt in Schweizer Firmen

Österreicher greifen nicht nur nach Globus, auch Schweizer Bergbahnen sind in unserer Hand, und weitere Firmen drängen in die Schweiz.
Am Dienstagmorgen hat die Schweizer Migros, eines der größten Detailhandelsunternehmen der Schweiz, den Deal verkündet: Die österreichische Signa Holding kauft gemeinsam mit der thailändischen Central Group die Migros-Tochter Globus. Es ist nicht der erste Einstieg von österreichischen Firmen im Schweizer Markt.

Der Generalsekretär der Handelskammer Schweiz-Österreich-Liechtenstein sieht die österreichischen Engagements in der Schweiz positiv: "Die Schweiz kann etwa von der Erfahrung der österreichischen Firmen in Zentral- und Osteuropa profitieren", sagt Urs Weber.

Bei diesen Firmen steckt Österreich drin und das haben sie vor.

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Die neuen Globus-Besitzer um René Benko mit seiner Firma Signa Holding und die thailändische Central Group wollen das Warenhaus in großen Schweizer Städten im Luxussegment positionieren. Sollte es den Käufern gelingen, Globus entsprechend zu positionieren, könne das erfolgsversprechend sein, sagt Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer von Raiffeisen Schweiz. Der Detailhandel sei extrem umkämpft, der Druck durch den Onlinehandel groß. Doch im Luxussegment wollten die Kunden die Ware im Laden physisch begutachten.

XXXLutz

Vor gut zwei Jahren enterte der österreichische Möbelhändler XXXLutz den Schweizer Markt. Die Nummer 2 im europäischen Möbelmarkt investierte anschließend kräftig in die Schweiz mit der Übernahme der Möbelhäuser Pfister und Interio. Dadurch sei XXXLutz gut aufgestellt, sagt Geissbühler. Im extrem umkämpften und fragmentierten Möbelmarkt sei die Größe des Unternehmens entscheidend. So könne XXXLutz im Preiskampf standhalten.

Dr. Richard

Das österreichische Reise- und Fernbusunternehmen Dr. Richard ist seit über zehn Jahren in der Schweiz vertreten. Mit knapp 20 Bussen ist es eines der größeren Schweizer Reisebusunternehmen, sagt Patrick Angehrn, Leiter Geschäftsentwicklung in der Schweiz. Er peile weiteres Wachstum im Reisebusverkehr an, ersuche aber auch die Konzession für nationale Fernbusverkehre. Doch das ist ein schwieriges Unterfangen. Laut Thorsten Merkle von der Fachhochschule Graubünden ist der inländische Markt schwierig. Der hervorragend ausgebaute Öffentliche Verkehr sei eine starke Konkurrenz. Einige Bus-Anbieter versuchten die Schweizer Bundesbahnen (SBB) über den Preis zu konkurrieren, seien dafür aber nicht so schnell wie die Züge der SBB.

Bergbahnen in Savognin und Saas-Fee

Der österreichische Unternehmer Peter Schröcksnadel (78) ist vor 10 Jahren bei den Bergbahnen in Savognin und vor über einem Jahr auch bei den Bergbahnen in Saas-Fee als Investor eingestiegen. Schröcksnadel ist auch seit 1990 Präsident des österreichischen Ski-Verbands. Seit er die Aktienmehrheit hält, wenden sich die Bergbahnen in Saas-Fee von ihrer Strategie mit billigen Saisonkarten ab. Für Tourismusexperte Christian Laesser von der Uni St. Gallen kommt der Entscheid nicht überraschend. Mit der Billig-Saisonkarte hätten die Bergbahnen in Saas-Fee auf Einnahmen verzichtet. Profitiert hätten vor allem die Hotels in der Region. "Das war nicht nachhaltig für die Bergbahnen", sagt Laesser.

Dass österreichische Firmen in der Schweiz zukaufen, hält Matthias Geissbühler für eine "normale Entwicklung in einer globalisierten Welt". Geissbühler sagt zudem am Beispiel von Globus und XXXLutz, dass die Österreicher eher wachsen wollen, statt Stellen zu streichen. Er finde es zwar schön, wenn Schweizer Firmen vor Ort tätig sind, für die Kunden seien aber gute Produkte zu attraktiven Preisen die Hauptsache.

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