Politik

Enthüllt: So wenig Sprechzeit erhielt Kickl im ORF

Eine APA-DeFacto-Analyse zeigt die Redezeit der Politiker im TV. In dieser Wertung liegt FPÖ-Obmann Herbert Kickl weit hinter der Regierung.
David Huemer
16.05.2023, 22:54
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In den Umfragen liegen die Freiheitlichen unter Bundesparteiobmann Herbert Kickl deutlich voran. Dennoch durfte der FPÖ-Chef im vergangenen Jahr nur 494 Sekunden in der "ZiB1" sprechen, in der "ZiB2" waren es sogar noch weniger: lediglich 292 Sekunden. Das zeigt eine APA-DeFacto-Analyse zum Politikervorkommen in TV-Nachrichten 2022. 

Zum Vergleich: Bundeskanzler Karl Nehammer sprach in der "ZiB1" mehr als 2.000 Sekunden und in der "ZiB2" beinahe 3.000 Sekunden. Nur knapp dahinter folgt Infrastruktur- und Sozialministerin Leonore Gewessler mit knapp 1.200 in "ZiB1" und fast 3.400 in der "ZiB2".

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Dahinter nehmen dann laut APA-DeFacto-Analyse Sozialminister Johannes Rauch, SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner, Bundespräsident Alexander Van der Bellen, sowie die ÖVP-Minister Magnus Brunner, Gerhard Karner und Martin Polaschek die weiteren Plätze ein.

Der Anteil an Sprechzeit von Regierungsmitgliedern in der "ZiB1" stieg im Vergleich zu 2021 dabei von 75 Prozent auf 77 an. In der "ZiB2" hingegen sank der Anteil von 83 auf 76 Prozent. Somit entfielen etwa 47 Prozent der Redezeit in der "ZiB1" auf die ÖVP und 22,8 Prozent auf die Grünen. 

Heftige Kritik von der FPÖ

Bei den Freiheitlichen sorgt dieser Umstand der kurzen Redezeit für Herbert Kickl für großen Unmut. Laut FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker zeige diese Analyse einmal mehr, dass "der ORF seinem zweifelhaften Ruf als 'Regierungsfunk' mehr als gerecht wird".

"Dass beide Regierungsparteien zusammen auf fast 70 Prozent der Redezeit in der meistgesehenen Nachrichtensendung kommen, ist mit dem Objektivitätsgebot, dem der öffentlich-rechtliche Rundfunk laut ORF-Gesetz Rechnung tragen muss, überhaupt nicht vereinbar. Dazu kommt noch die meist einseitige und von 'Haltungsjournalismus' getriebene Schlagseite vieler Beiträge, die nicht zur Meinungsbildung der Zuseher beiträgt, sondern ihnen bereits eine Wertung vorgibt", wird Hafenecker in einer Aussendung zitiert.