Wie schon während der Syrien-Krise 2015 dient die Nova-Rock-Halle in Nickelsdorf nun wieder als Anlaufstelle – diesmal für Menschen aus der Ukraine, das berichtet burgenland.orf.at. Mit den Ersten wird in den nächsten Tagen gerechnet, denn die Aufnahmelager in Ungarn und der Slowakei sind voll mit Hilfesuchenden. Dies bestätigt auch der burgenländische Koordinator, Jürgen Karall: "Wir gehen davon aus, dass die Kapazitäten in den Nachbarländern demnächst erschöpft sein werden".
Im Notfall können in der Nova-Rock-Halle 480 Menschen betreut werden. Derzeit sind 200 Betten, unterteilt in Sektoren, sofort beziehbar. Die Teilung solle einerseits logistisch dabei unterstützen, die Personengruppen, die man in Bussen erwarte, auch in dieser Größe belassen zu können und andererseits solle es ein bisschen wohnlicher und netter wirken, erklärte Karall.
Das Rote Kreuz übernimmt die Betreuung der Flüchtlinge – von der Essensausgabe bis zur medizinischen Versorgung. Man habe ohnehin immer Sanitäter auf Abruf, erklärte Florian Feldmann vom Roten Kreuz in Neusiedl am See. Das andere Personal werde sehr wahrscheinlich von anderen Personalsträngen rekrutiert werden, weil man etwa nicht unbedingt einen Sanitäter vor Ort haben müsse, um Tee auszugeben.
Für die Akutversorgung gebe es natürlich schon Sanitäter und man habe auch schon mit niedergelassenen Ärzten gesprochen, dass diese hier versorgen können, so Feldmann. Es gebe auch schon Unterstützungsangebote von pensionierten Ärzten, die zum Teil auch Russisch- und Ukrainisch-Kenntnisse hätten.
Die Nova-Rock-Halle ist jedoch nur als Übergangslager gedacht. Von dort aus sollen Geflüchtete weiterreisen oder es werden ihnen längerfristige Unterkünfte zur Verfügung gestellt. Wie Karall mitteilt, sollen Flüchtlinge maximal 48 Stunden in der Halle bleiben. Bisher seien rund 45.000 Ukrainer nach Österreich gekommen, etwa 80 Prozent davon gaben an, weiterreisen zu wollen.