Behinderten Kindern droht die Abschiebung

Harum und seine Familie haben Angst, nach Pakistan abgeschoben zu werden.
Harum und seine Familie haben Angst, nach Pakistan abgeschoben zu werden.Bild: BezirksRundschau/Zinterhof
Ein 15-jähriger behinderter Bub soll nach Pakistan abgeschoben werden, ein junges Mädchen nach Armenien. Landesrat Anschober will diese Ausweisungs-Dramen verhindern.
Der Fall sorgte vor einigen Wochen für Aufsehen. Der 15-jährige Harum A. ist behindert und lebt mit seiner Familie in Waldhausen (Bez. Perg). Er ist auf dem Entwicklungsstand eines Kindergartenkindes, leidet an einer Fehlstellung der Wirbelsäule.

Trotzdem: Zusammen mit seiner Familie soll er nach Pakistan abgeschoben werden. Der Asylbescheid ist negativ.

Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne) weiß noch von anderen, ähnlichen Fällen von rücksichtslosen Abschiebungen.

Etwa der von Monika B. aus Armenien. Sie lebt mit ihrer Familie seit sechs Jahren in Oberösterreich, ist ebenfalls geistig behindert. Eine intensive medizinische Betreuung ist für sie sehr wichtig. Der Vater ist selbstständig, benötigt keine Unterstützung aus der Grundversorgung.

Trotzdem: Monika und ihre Familie sind von Abschiebung bedroht.

Ebenso wie zwei Lehrlinge. Der eine – er ist in Ausbildung zum Koch – aus Afghanistan, der zweite – er lernt Prozesstechniker – aus dem Irak. In beiden Fällen sind die Chefs mit ihren Lehrlingen mehr als zufrieden – setzen sich dafür ein, dass sie in unserem Land bleiben dürfen.

Trotzdem: Auch sie sind von Ausweisung bedroht.

Anschober fordert Bleiberechts-Reform



Rudi Anschober kämpft darum, dass sie nicht ausgewiesen werden. "Es braucht Menschlichkeit, Belohnen von Integrationsleistungen und wirtschaftliche Vernunft!"

Und so fordert er: "Die Umsetzung des 3plus2-Modells (gibt es bereits in Deutschland; Anm.) für Menschen in Ausbildung. Dies bedeutet eine Duldung und damit de facto eine Unterbrechung des Asylverfahrens, das dann nach Ablauf der Frist fortgesetzt wird." Und: "Die aktuelle Bleiberechtsregelung gehört reformiert. Verpflichtend sollten die betroffene Gemeinde und die betroffene Wirtschaft in eine Abschiebe-Entscheidung mit einbezogen werden."

"Es braucht eine Lösung der Vernunft anstatt einer bösartigen Ideologie, es braucht Zivilcourage", appelliert Anschober vor allem an ÖVP und FPÖ in Ländern und Gemeinden, sich nicht "den Fehlentwicklungen der Bundesregierung zu unterwerfen".

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