Politik

So will Kanzler Kurz "möglichst viele Leben retten"

Bundeskanzler Sebastian Kurz sieht in der nahenden Corona-Impfung nicht nur eine Rückkehr zum Alltag, sondern auch ein Mittel zur Lebensrettung.
Rene Findenig
10.12.2020, 07:39

"Nachdem Großbritannien bereits impft und demnächst aber auch Länder wie Israel und die USA beginnen werden, diesen Impfstoff zu verwenden, hoffe ich auf eine schnelle Entscheidung der Europäischen Arzneimittelagentur", sagt Kanzler Kurz im Ö1-"Morgenjournal". Ob die Impfstoffzulassung schon früher als mit Ende Jänner geplant erfolgen könne? Es müssten alle wissenschaftlichen Standards eingehalten werden, aber: "Je rascher und je unbürokratischer hier gearbeitet wird, desto besser für uns alle."

"Ich hoffe, dass dieser Prozess möglichst schnell vonstatten geht, denn die Pandemie führt dazu, dass jeden Tag viele Menschen in Europa ihr Leben verlieren, sie führt zu unglaublichen wirtschaftlichen Schäden und dazu, dass viele Menschen arbeitslos sind. Je früher wir beginnen können zu impfen, desto schneller können wir zur Normalität zurückkehren, desto schneller können wir wieder unser altes Leben führen", so Kurz.

„"Das alles steht außer Streit"“

Warum Österreich dabei keine nationale Zulassung des Impfstoffs wie Großbritannien anstrebe? "Wir sind Mitglied der Europäischen Union und insofern ist für uns die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelagentur entscheidend". so Kurz. Das Problem, dass sich laut Meinungsforscher Peter Hajek nur 20 Prozent der Österreicher "sicher" impfen lassen wollen, sieht der Kanzler durch die Impfstrategie selbst als Überzeugungsarbeit.

"Es geht ja nicht um die Frage, ob das Produkt zugelassen werden soll oder nicht und ob die notwendigen Prüfschritte durchgeführt werden oder nicht. Das alles steht außer Streit. Die Frage ist, wie unbürokratisch und schnell kann das erfolgen, denn der Impfstoff, der in Europa aller Voraussicht nach zugelassen werden wird, der wird jetzt in Großbritannien schon eingesetzt. Er wird in Kürze in Israel und den USA eingesetzt werden", so Kurz.

„"Damit wir hier auch möglichst viele Leben retten können"“

Und: "Bei allem Verständnis für Impfgegner und Impfzweifler kann ich nur sagen, es sterben unzählige Menschen jeden Tag in Europa an der Pandemie. Alleine in Österreich sterben im Schnitt über 100 Personen pro Tag. Je früher wir diese Pandemie besiegen können, desto besser. In einem ersten Schritt wird es vor allem darum gehen, Gesundheitspersonal und ältere Menschen zu impfen, damit wir hier auch möglichst viele Leben retten können."

Und ist für den Kanzler eine Impfpflicht für bestimmte Gruppen wie Medizinern, wie sie die Bioethikkommission vorgeschlagen hat, vorstellbar? Österreich werde gar nicht genug Impfstoff haben, "um alle zu impfen, die geimpft werden wollen, weil das Angebot am Anfang sehr knapp sein wird", so Kurz. Erst später solle die breite Masse der Bevölkerung sich impfen lassen wollen: "Da hoffe ich doch, dass mit jeder Impfung, die erfolgt, das Vertrauen der Bevölkerung zunimmt."

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