So wirkt sich Corona auf Sex-Lust der Österreicher aus

Ein Pärchen beim Liebes-Akt.
Ein Pärchen beim Liebes-Akt.Getty Images/iStockphoto (Symbolbild)
Immer mehr Corona-Betroffene in Österreich berichten über überraschende Langzeitfolgen! So lässt offenbar auch die Sex-Lust nach.

Bereits seit Längerem ist bekannt, dass eine Störung des Geruchs und Geschmackssinns typische Beschwerden einer Corona Infektion darstellen. Solche Symptome treten bei über 90 Prozent der COVID-Erkrankten auf und können bis zu zwei Monate andauern, wobei mehr als die Hälfte der Betroffenen ihren Geruchssinn vorübergehend komplett verliert.

Abgesehen von einem mangelnden Genuss beim Essen und Kochen kann sich ein Ausfall des Geruchsempfindens besonders negativ auf das Lustempfinden auswirken, erklärt Priv.-Doz. DDr. Michael Feichtinger, ärztlicher Leiter des Wunschbaby Institut Feichtinger:

"Gemeinsam mit dem Tastsinn, spielt der Geruchssinn eine zentrale Rolle bei der Lustempfindung und Libido. Bei Frauen scheint dies deutlich ausgeprägter zu sein als bei Männern. So wissen wir, dass das Geruchsempfinden bei Frauen auch über den weiblichen Zyklus variiert und Frauen rund um den Eisprung besonders gut Gerüche wahrnehmen."

Lustlosigkeit und Libidoverlust

Durch das häufige Auftreten von Geruchsstörungen nach einer COVID-Infektion häufen sich nun auch die Berichte von Menschen mit Lustlosigkeit und Libidoverlust. "Etwa 30 Prozent aller Menschen mit Geruchsstörungen berichten über einen Verlust des Lustempfindens. Bei bisher 650.000 Corona Erkrankten in Österreich könnten also eine Dunkelziffer von bis zu 200.000 Menschen von Corona bedingter Lustlosigkeit betroffen sein,“ schätzt Priv.-Doz. Feichtinger.

"Wenn der Geruch der Partnerin bzw. des Partners nicht wahrgenommen werden kann, wird diese(r) als fremd wahrgenommen, die Attraktivität lässt nach und damit das sexuelle Lustempfinden. Viele Betroffene berichten auch, dass aufgrund des fehlenden Geruchssinnes, Angst vor unangenehmen eigenen Körpergerüchen hätten, die von der Partnerin oder dem Partner gerochen werden könnten", so Priv.-Doz. Feichtinger.

Geruchssinn trainieren

Und weiter: "Manche PatientInnen berichten nach einer COVID-Infektion außerdem von einer Parosmie, also einer Störung des Geruchsempfindens, bei welcher normale Gerüche als unangenehm wahrgenommen werden. So kann zum Beispiel der Geruch der Partnerin bzw. des Partners plötzlich unangenehm sein."

Betroffenen rät der Experte den Geruchssinn zu trainieren und regelmäßig an aromatischen Stoffen wie beispielsweise Kaffee, Gewürzen oder ätherischen Ölen zu riechen, um möglichst bald ihr Geruchs- und damit Lustempfinden wieder zu erlangen.

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