So wurden über Weihnachten viele Leute richtig reich

Influencer, Bitcoin-Händler und Promis überbieten sich mit frohen Nachrichten. Auch die professionellen Anleger wollen nun am Gewinn teilhaben.

Der Bitcoin ist im Allzeithoch. Die Kursrally für die Kryptowährung legte auch über die Weihnachtsfeiertage keine Pause ein. Der Preis für einen Bitcoin peilt die 30.000-Euro-Marke an – Mitte Dezember kostete ein Bitcoin erstmals 20.000 Euro, im vergangenen Mai weniger als 5.000 Euro.

Entsprechend heiß begehrt ist das digitale Geld. Auch Influencer und Promis sind dem Hype verfallen. Auf sozialen Medien zeigen sie ihre Freude über die Gewinnsprünge (siehe Bildstrecke).

Noch vor zwei Jahren verglich Starinvestor Warren Buffett die digitale Währung mit Rattengift und riet Anlegern von Bitcoins ab. Doch immer mehr pfeifen auf die Warnung – Anfang dieser Woche waren erstmals Bitcoins im Wert von über einer halbe Billion Dollar im Umlauf.

Warum steigt der Bitcoin-Wert jetzt so stark?

Die Kurs-Explosion überrascht auch die Kenner. "So einen Anstieg hat selbst die eingefleischte Krypto-Szene noch nicht erlebt", sagt der Blockchain-Experte Daniel Diemers zu "20 Minuten". Er ist Start-up-Coach und Co-Gründer der Technologiefirma SNGLR Group. Bitcoins seien salonfähig geworden und die Kritiker verstummt. Kurstreiber sind die großen institutionellen Investoren, die in den letzten Monaten mit über 12 Milliarden Dollar ins Bitcoin-Business eingestiegen sind. Ebenfalls für einen Anstieg sorgte Paypal. Der Zahlungsdienstleister mit rund 300 Millionen Nutzern akzeptiert die Krypto-Währung seit November.

Wie stark steigt der Kurs noch weiter?

Der Trend zeigt steil nach oben. Einige Experten prognostizieren im Jahr 2021 einen Kurs von 40.000 bis 50.000 Euro. Laut Diemers ist bei den Prognosen immer auch viel Hoffnung dabei: "Eine exakte Prognose gibt es schlicht nicht und dafür sind zu viele Variablen im Spiel." Er verweist auf massive Kurskorrekturen von bis zu 80 Prozent nach unten in den vergangenen Jahren, mit denen niemand gerechnet habe. Zwar sei der Kurs danach wieder gestiegen, doch solange Bitcoins nicht in großem Umfang an den klassischen Börsen gehandelt werden, werde es immer wieder solche Ausschläge geben.

Wer verdient sich jetzt eine goldene Nase?

"Jetzt schlägt die Stunde der Investmentbanken und professionellen Händlern", sagt Diemers. Diese seien erfahrener im Umgang mit den hohen Kursschwankungen. Private Anleger würden oft genau im falschen Moment kaufen. "Das war schon 2017 so, als viele Neueinsteiger kurz vor einer Kurskorrektur Bitcoins gekauft hatten", so Diemers.

Warum haben Junge plötzlich ein Krypto-Portfolio?

Der Bitcoin-Hype hat auch die Jungen erfasst. Sparen und Geld anlegen gilt plötzlich nicht mehr als uncool. "Im Freundeskreis ist mit Aktien wenig Respekt zu gewinnen. Kryptowährungen hingegen sind in und passen gut in den digitalen Lifestyle", sagt Diemers. Gleichzeitig wachse das Misstrauen gegenüber den Banken und Großkonzernen.

Sind Bitcoins nun die neuen Aktien?

Diemers vergleicht Bitcoins lieber mit digitalem Gold als Aktien, da man damit keine Anteile an einer Firma erwirbt. Der Handel mit Bitcoins sei zwar noch nicht so sicher wie mit Aktien, weil die digitalen Geldbeutel, Kryptobörsen und Speichermedien anfällig seien. Das Vertrauen wächst aber. Die Bitcoin-Blockchain laufe seit zehn Jahren ohne Unterbrechung und werde von einer wachsenden Community getragen. "Ich kenne kein IT-System, das einen ähnlichen Erfolgsausweis hat", sagt Diemers. Selbst die Steuererklärung erhielt ein Update für Bitcoin-Vermögen. Ein großes Manko sieht Diemers allerdings darin, dass es noch keine professionelle Bitcoin-Beratung etwa von Banken gibt.

Soll ich jetzt noch in Bitcoins einsteigen?

Investitionen in Bitcoins bergen wegen den Kursschwankungen große Risiken. Doch Diemers hält den Zeitpunkt für einen Einstieg für gut. Zumal die Prognosen nach oben zeigen. Allerdings müsse man längerfristig investieren und dürfe keine Angst vor Schwankungen und größeren Korrekturen haben. Zudem rät er wie bei der Aktienanlage, nur Beträge zu investieren, die man auch bereit sei, zu verlieren. "Man sollte sich im Freundeskreis beraten lassen oder kleinere Beträge über einen längeren Zeitraum investieren", so Diemers.

Was hat Elon Musk mit dem Bitcoin-Boom zu tun?

Tesla-Chef Elon Musk sorgt mit Twitter-Kommentaren immer wieder für Bewegung auf den Märkten. Kürzlich schrieb er positiv über eine andere Krypto-Währung, worauf deren Kurs um 20 Prozent anstieg. Auch dem Bitcoin könnte Musk zum Anstieg verholfen haben, weil er sich vergangene Woche erkundigte, ob eine Umwandlung des Tesla-Vermögens in Bitcoins möglich ist. Doch der Experte glaubt nur an einen kleinen Effekt. Musk würde wohl nicht das gesamte Tesla-Kapital von 100 bis 200 Milliarden Dollar investieren, weil die Kursschwankungen dann wohl zu groß wären, so Daniel Diemers.

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