Sofitel soll Foto-Künstler aus Wien 1 Million Euro z...

Klemens Horvath bildete das Wiener Sofitel in der Praterstraße im besten Licht ab. Das Hotel verbreitete die Fotos ohne sein Wissen in der ganzen Welt. Das kostet jetzt 1 Million Euro - oder mehr.

Klemens Horvath bildete das Wiener Sofitel in der Praterstraße im besten Licht ab. Das Hotel verbreitete die Fotos ohne sein Wissen in der ganzen Welt. Das kostet jetzt 1 Million Euro – oder mehr.

Klemens Horvath ist ein Star seiner Zunft. Er arbeitete für Helmut Newton, porträtierte Stars wie John Goodman, ist in der Werbung gefragt. 2011 fotografierte er für die "Eins Hotelbetriebs GmbH" das Sofitel in der Praterstraße. Vertraglich gestand er zu, dass sieben Fotos drei Jahre lang in Österreich genutzt werden dürfen. Aber die Bilder wurden so gut, dass die ganze Welt sie haben wollte.

Vor wenigen Wochen saß Horvath in einem Hotel in Zürich und entdeckte seine Werke in einem Literaturmagazin. Er begann zu googeln und stellte fest: Seine genialen Fotos tummeln sich auf 460 Webseiten, wurden von "New York Times" und "Harper’s Bazaar" verwendet. Das Hotel hatte sie offenbar weitergegeben. Horvaths Anwalt Georg Zanger schrieb dem Sofitel-Eigentümer einen freundlichen Brief, die Antwort fiel eher pampig aus. Das Hotel bot 300 (!) Euro, um die Sache zu bereinigen. Da platzte Zanger der Kragen.

Er erwirkte eine einstweilige Verfügung, schrieb die Betreiber von 460 Webseiten an, forderte Unterlassung, Fotohonorar, Schadenersatz, usw.. Es geht um 5 Millionen Euro. Nun bekam die Accor-Gruppe (zu der Sofitel gehört) kalte Füße. Der Konzern musste befürchten, dass sich Webseiten-Betreiber an ihm schadlos halten würden – und bot plötzlich 400.000 Euro. Eine Einigung scheiterte allerdings. Also fordert Anwalt Zanger nun 1 Million Euro. Bis Freitag muss Accor zustimmen - oder riskiert seeehr viel mehr Geld.

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