Er habe Informationen über Raketenangriffe und Daten von israelischen Bürgern an die Hamas weitergegeben: Ein 42-jähriger Palästinenser stand am Mittwoch in Eisenstadt (Bgl.) wegen des Vorwurfs der terroristischen Vereinigung vor Gericht. Der Angeklagte ist einer von zwei Söhnen eines Hamas-Mitbegründers und war als Flüchtling nach Österreich gekommen.
2021 wurde er in einem Asylheim im Burgenland erkannt und festgenommen, saß seither in U-Haft und gab an, sich von der Hamas abgewendet zu haben. Doch der Staatsschutz nahm ihm die Wandlung wohl nicht ab, es kam zur Anklage. So soll der 42-Jährige 2004 bis 2017, sowie 2019 für die Terrororganisation aktiv gewesen sein.
Im Wesentlichen fußten die Vorwürfe jedoch auf Angaben, die der Asylwerber selbst gegenüber den Behörden und in einem Medieninterview gemacht hatte. Die Rede war auch von einer Tätigkeit als Doppelagent für den israelischen Geheimdienst – doch vor Gericht gab der Sohn des Hamas-Scheichs zu: "Ich bin nicht James Bond." Er habe alles erfunden, um einen Asylgrund zu schaffen.
Letztlich sah auch das Gericht "kein Tatsachensubstrat", das einen Schuldspruch stützen würde. Der Mann geht somit frei.