Bereits in Val d´Isere erlebten die ÖSV-Techniker im ersten Saisonslalom einen echten Dämpfer. Fabio Gstrein war als bester heimischer Läufer auf Rang 14 gelandet. Noch schlimmer wurde es im Slalom-Klassiker von Madonna di Campiglio. Manuel Feller und Marco Schwarz schieden als heimische Paradeläufer aus, Michael Matt war als bester ÖSV-Läufer 20. – das schlechteste Slalom-Ergebnis seit 2006 und die größte ÖSV-Schmach im italienischen Skiort.
Und die lässt nun die Alarmglocken im Skiverband schrillen. Schließlich sind die Olympischen Winterspiele in Peking gerade einmal sechs Wochen entfernt. Und der Jänner ist der Monat der Slalom-Klassiker: Zagreb, Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming stehen in den nächsten Wochen auf dem Programm.
Deshalb ordnete Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher Sonderschichten an. "Wir haben zu wenig gute Ergebnisse. Es liegt an uns, dass wir uns da heranarbeiten", meinte der ÖSV-Mann. "Wir fahren jetzt nach Hause, feiern Weihnachten. Und dann haben wir drei Trainingstage geplant zwischen Weihnachten und Neujahr. Und dann noch zwei Tage vor Zagreb. Hoffentlich passt dann die Form", kündigte der ÖSV-Coach vor der Abreise aus Madonna an.
Über die Pistenbedingungen im Weltcup herrscht weiterhin Ratlosigkeit. Österreichs Herren-Team trainierte stets auf pickelhart vereisten Pisten, während im Weltcup zuletzt ohne viel Wasser griffig präpariert wurde. "Ein bissl ein komischer Weg, ehrlich gesagt. Dadurch wird es außerdem noch viel mehr eine Startnummern-Partie. Aber hilft nichts, damit müssen wir umgehen", meinte der Tiroler in der "Krone".
Freilich liegt es aber nicht nur an den Bedingungen. Feller zeigte schnelle Teilzeiten, schied aber in beiden Rennen aus, Schwarz hinkt nach seinem Syndesmosebandeinriss im Knöchel noch mit Trainingsrückstand hinterher, das restliche ÖSV-Team ist alles andere als in Form. "Gerade im Slalom ist vieles eine Frage des Selbstvertrauens. Das ist jetzt ein wenig angeknackst, aber wir werden uns frische Zuversicht erarbeiten", so Puelacher.