Insta-Model schockt mit 'Sklavenhalter'-Einstellung

Hausmädchen stehen in Kuwait seit Kurzem ein freier Tag pro Woche zu: Für Insta-Model Sondos Alqattan aus Kuwait unerhört. Ihre Aussagen dazu erschüttern die Welt.

Die Influencerin Sondos Alqattan bespaßt auf Instagram regelmäßig mehr als 2,3 Millionen Fans mit ihren Make-up-Künsten. Doch ihre Meinung zur Reform des Gastarbeiterrechts hätte die Frau aus Kuwait wohl besser für sich behalten:

"Wie soll ich Bedienstete anstellen, die ihren eigenen Pass behalten dürfen? Noch schlimmer, sie haben einen Tag in der Woche frei", ätzt die junge Frau in einem Video, das seither um die Welt geht und einen wahren Shitstorm ausgelöst hat. Das berichtet unter anderem der "Guardian".

Alqattan attackiert die Gesetzesreform, die im Mai zum Schutz von philippinischen Gastarbeitern durchgeführt wurde, scharf: "Wenn sie davonlaufen und in ihr Land zurückkehren, wer wird mich dafür entschädigen? Ehrlich, ich bin gegen dieses Gesetz. Ich will kein Hausmädchen von den Philippinen mehr."

Mord an Nanny löste politische Krise aus

Auslöser für die Änderungen war eine politische Krise, die der Ermordung eines 29-jährigen Kindermädchens folgte. Ein Paar hatte die Leiche nach der Bluttat über ein Jahr in einem Kühlschrank versteckt – "heute.at" berichtete.

Nach monatelangen Verhandlungen hatte sich Kuwait mit dem Inselstaat auf eine Modernisierung des Arbeitsrechtes für Gastarbeiter geeinigt. Zuvor hatten die Philippinen ihren Staatsangehörigen sogar verboten Jobs in dem arabischen Land anzunehmen. Mindestens 250.000 Philippinos arbeiten in dem Vier-Millionen-Einwohner-Land am Persischen Golf.

Alqattans haarsträubenden Äußerungen haben auch die Organisation "Migrante International" auf den Plan gerufen, die sich für die Rechte von philippinischen Übersee-Arbeitern einsetzt. Diese fordert eine Entschuldigung und bezeichnete die Aussagen der jungen Kuwaiterin als solche einer "Sklavenhalterin" und bescheinigen ihr eine "rückständige Sicht der Dinge, die in das frühe Mittelalter gehört".

Insta-Model verteidigt Aussagen

Kritiker fordern jetzt von den Sponsoren des Instagram-Promis ihre lukrativen Verträge aufzukündigen. In einem Statement auf Instagram verteidigt Alqattan ihre Aussagen. Es sei durchaus im Interesse der Arbeitgeber, den Pass ihrer Bediensteten einzukassieren, bekräftigt sie.

Ihr Entsetzen über arbeitsfreie Tage begründet sie damit, dass in vielen Haushalten den Angestellten solche überhaupt vorenthalten würden, selbst wenn der geschlossene Arbeitsvertrag diese vorsehen würde. Sie persönliche habe jedoch immer auf die gesetzlichen Bestimmungen geachtet und ihre Angestellten als "gleichwertige Menschen" betrachtet, so die junge Frau. Ob das hilft? (red)

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