Sonos Era 100 und 300 im Test – eine neue Sound-Ära

Die beiden neuen Sonos-Lautsprecher Era 100 (links) und Era 300 bringen gleich zwei riesige Verbesserungen mit sich.
Die beiden neuen Sonos-Lautsprecher Era 100 (links) und Era 300 bringen gleich zwei riesige Verbesserungen mit sich.Rene Findenig
Die Sonos-Lautsprecher Era 100 und 300 bieten noch beeindruckenderen Sound und dank Bluetooth auch mehr Möglichkeiten. Der "Heute"-Test.

Audio-Spezialist Sonos Era hat die beiden neuen Lautsprecher Era 100 und 300 vorgestellt. Die läuten, ganz wie der Name andeutet, eine vollkommen neue Speaker-Ära ein. Einerseits gibt es dank neuester Technologie ein hörbares Sound-Update, andererseits öffnet sich das eigentlich ziemlich abgesperrte Sonos-System nun etwas dank neuer Bluetooth-Unterstützung. Beides kommt den Nutzern zugute, wobei die Smart-Speaker preislich gar nicht so angezogen sind, wie man es im Vorfeld erwartet hätte. Der kleinere Sonos Era 100 kommt auf 279 Euro, der große Sonos Era 300 auf 499 Euro. Beide Modelle gibt es in den Farbvarianten Weiß und Schwarz ab dem 28. März 2023 zum Kauf. "Heute" hat beide Modelle vorab getestet.

Einrichten funktioniert in beiden Fällen kindereinfach

Vorab zu dem, was für beide Modelle gilt: Einmal mehr ist das Aufstellen und Einrichten kinderleicht und in Windeseile erledigt. Wer bereits ein Sonos-System besitzt und die Sonos-App nutzt, bekommt sofort eine Benachrichtigung zum Einrichten in der App eingeblendet, sobald der Era an den Strom angeschlossen wird. Doch auch wenn der Era das erste Sonos-Produkt ist, muss man nur die zugehörige App installieren und einigen wenigen Schritten folgen. Der Era datet sich dabei automatisch auf die neueste Version hinauf und ist in wenigen Augenblicken einsatzbereit. Danach hat man Zugriff auf sämtliche Sonos-Inhalte, kann Dienste wie Amazon Music zusätzlich integrieren und alle Einstellungen vornehmen.

Zudem lässt sich über die App auch so gut wie jedes Sonos-Produkt mit einem anderen koppeln, festlegen. welche Geräte wann gleichzeitig oder getrennt voneinander spielen sollen, auf welchen Sprachassistenten sie reagieren und welche Inhalte sie abspielen sollen. Wie bisher kann man die Sonos-eigenen Playlists und Dienste wie Sonos Radio HD nutzen oder aber auch Amazon Music, Spotify und Co. integrieren und seine ganz eigen Datenbank einspielen. Mit der neuen Bluetooth-Unterstützung kommt zu WLAN und AirPlay 2 nun hinzu, dass man gar nicht mehr in die App muss, sondern Inhalte direkt vom Smartphone oder von anderen Diensten streamen kann. Cool: Das Ausmessen des Sounds per Trueplay funktioniert nun auch auf Android-Smartphones.

Lautsprecher wählen sich selbst den besten Klang

Trueplay, das vorher nur iOS-Geräten vorbehalten war, können nun auch Android-Nutzer in Anspruch nehmen. Das bringt einen deutlichen Komfort: Der Dienst erzeugt einen Ton, wobei gleichzeitig gemessen wird, wie der Klang von der Umgebung, Wänden und Möbeln zurückgeworfen wird. Durch diese Informationen stimmt sich der Lautsprecher automatisch auf die Umgebung ab, ohne dass der Nutzer im Equalizer nachhelfen muss. Und bei jeder Standort-Änderung des Lautsprechers lässt man einfach wieder Trueplay laufen und stimmt den Speaker automatisch erneut ab. Doch nach den Gemeinsamkeiten, wo liegen denn die Unterschiede und wie klingen die beiden Era-Modelle genau? Hier folgen unsere Eindrücke.

1Sonos Era 100

Der Sonos Era 100 wird vom Design vielen Sonos-Fans sehr bekannt vorkommen. Und auch geistig ist der der Nachfolger von einem der beliebtesten Speaker-Modelle, dem Sonos One. Anders als der One kann der Era 100 nun aber nicht nur alleine über WLAN, sondern auch per Bluetooth angesteuert werden. Zudem gibt es einen Kabel-Anschluss für externe Geräte wie Schallplattenspieler oder Stereoanlagen. Sonos öffnet mit dem neuen Speaker sein sehr geschlossenes System damit etwas und kommt einem Wunsch nach, den in der Vergangenheit wohl viele Nutzer geäußert hatten. Der Sonos Era 100 unterstützt zudem Stereo-Sound und Sprachassistenten, im Vergleich zum Era 300 verzichtet er auf aber Dolby Atmos.

Neue Hardware hat mehrere Top-Vorteile

Bei Design kommt der Sonos Era 100 wieder in Säulenform daher, zeigt sich aber abgerundeter als der One. Wieder besteht das Gehäuse aus Kunststoff, aber wie man es von Sonos kennt eben sehr hochwertig wirkendem. Neu sind neben den typischen einige neue Bedienelemente. Die Lautstärke-Regelung an der Oberseite des Geräts ist nun in eine längliche Rille eingelassen, die man nun auch ohne hinzusehen leicht erfühlen kann. Neu ist auch, dass sich die Lautstärke nicht nur mit einem Fingertipp, sondern auch einem Fingerwisch entlang der Rille regulieren lässt. Auf der Hinterseite des Lautsprechers ist die neue Bluetooth-Taste zu finden, auch einen USB-C-Eingang für externe Geräte und eine Mikrofon-Taste gibt es.

Der Sonos Era 100 kann jetzt Stereo-Sound, Bluetooth-Verbindungen und ein noch klareres Klangbild. Er ist damit dem Sonos One überlegen.
Der Sonos Era 100 kann jetzt Stereo-Sound, Bluetooth-Verbindungen und ein noch klareres Klangbild. Er ist damit dem Sonos One überlegen.Rene Findenig

Der Stromanschluss wurde geschickt an die Unterseite verbaut, damit das Kabel hinter dem Lautsprecher verschwindet. Die neuen Anschlüsse haben gleich mehrere Top-Vorteile. So kann man nun nicht nur Musik per Sonos-App über das Smartphone streamen oder den Lautsprecher selbst per Stimme und gewähltem Sprachassistenten bitten, Sound abzuspielen, sondern auch Podcasts, Songs und Co. per Bluetooth vom Smartphone und Co. streamen. Und: Dank Line-In-Anschluss wird aus zwei Sonos Era 100 ein vollwertiges Stereo-Paar, sogar als Ersatz (oder Ergänzung) für TV-Lautsprecher und Soundbars. Doch auch alleine schafft der Era 100, was der Sonos One nur zu zweit konnte: Es entsteht vor allem in höheren Lautstärken ein wunderbarer Stereo-Effekt mit nur einem Modell. 

Schon der "Kleine" klingt im Test ganz schön groß

Neu im Inneren des Sonos Era 100 ist im Vergleich zum One ein zusätzlicher Hochtöner sowie ein größerer Mitteltöner. Wer einen Sonos One (oder ein Stereo-Paar) in Betrieb hat, merkt Folgendes: Bis Lautstärken bis Stufe 10 (von 100) sind kaum Unterschiede bemerkbar. Wird es aber lauter, dreht der Era auf, mit deutlich voluminöserem Klang, aber auch noch klarerer Wiedergabe und einen (für ein einzelnes Gerät im Betrieb) bewundernswerten Stereo-Effekt. Noch besser kann das freilich der Era 300, der noch dazu einen weit besseren Bass besitzt. Wer mit einem Smart-Speaker in die Sonos-Welt einsteigen will, für den sollte der Era 100 die neue, erste Wahl sein. One-Besitzer profitieren allerdings nur, wenn sie Bluetooth nutzen wollen oder eher lauter Musik hören. Und: Ein Era 100 kann nun ziemlich gut mit einem One-Stereopaar mithalten.

2Sonos Era 300

Der Sonos Era 300 wiederum ist deutlich teurer als der Sonos Era 100, aber ein Multitalent, das Staunen lässt. Egal ob als Soundbar, als Stereoanlage oder als Teil eines Multiroom-Setups, der Sonos Era 300 ist eine klangliche Wucht. Bei diesem Teil braucht es keinerlei Zweitgerät für einen Stereo-Sound, der sich gewaschen hat! Gleichzeitig füllt der Lautsprecher dank Dolby Atmos auch große Räume klanglich voll aus. Zwar ist der Lautsprecher gar nicht so klein ausgefallen, so eine überwältigend große Soundbühne würde man ihm aber beim Ansehen trotzdem nicht zutrauen. Die klangliche wird auch hier von der technischen Qualität unterstützt: Durch Line-In und Bluetooth kann der Era 300 überall zum Einsatz kommen, von der alleinige Party-Klangmaschine bis hin zum Kino-Lautsprecher eines Audio-Systems für satten Surround-Sound. 

Spektakulärer Klang, aber auch ein spektakulärer Preis

Was uns im Test besonders gut gefiel: Ohne jegliche Zusatzgeräte liefert der Sonos Era 300 einen kristallklaren, warmen und voluminöse Sound, mit dem bisher keiner der hauseigenen Smart-Speaker aufwarten konnte. Schade dabei: Vorerst noch scheint Dolby Atmos auf Amazon Music limitiert zu sein. Dennoch: Für die doch stolzen 500 Euro bekommt man mit dem Sonos Era 300 den aktuell besten Smart Speaker am Markt. Will man den Sonos Era 300 dagegen in ein TV-Setup, etwa mit einer Sonos-Soundbar und einem Sonos-Sub einbinden, ergibt das einen spektakulären Klang, aber auch einen spektakulären Preis. Grund, warum der Sonos Era 300 so spektakulär raumfüllend klingt, sind vier Hoch-/Mittelhochtöner sowie zwei Tieftöner, die nach vorne, auf die Seiten und nach oben ausgerichtet sind. Mehr Surround geht nicht!

Deutlich teurer als der kleinere Sonos Era 100, aber ein klangliches Wunderwerk und Multitalent: der Sonos Era 300.
Deutlich teurer als der kleinere Sonos Era 100, aber ein klangliches Wunderwerk und Multitalent: der Sonos Era 300.Rene Findenig

Sehr klare und definierte Höhen und Mitten und ein Bass, der richtig Wumms hat. Das macht nicht nur beim Musikhören, sondern auch beim Filmabend Spaß. In der neuesten Staffel "Star Trek Picard" zischen Laser, als wären sie gerade an uns vorbei durchs Wohnzimmer geschossen, und Raumschiffe beschleunigen so beeindruckend auf Warp-Geschwindigkeit, dass sie fast über unserem Kopf "spürbar" dahingleiten. Doch der Era 300 kann nicht nur Action mit Geratter und Explosionen, auch Stimmen bei besonders ruhigen und leisen Filmen kommen extrem gut und deutlich zur Geltung. Hat der Sonos Era 300 ein Problem, dann ist es nur dieses: Der Sound ist auch in sehr hohen Lautstärken so extrem klar und gut, dass die Nachbarn bei dünnen Wänden vielleicht nicht unbedingt eine Freude mit dem Profi-Sound-Speaker haben werden.

In zwei Szenarien spielt der Era 300 seine Stärken aus

Wobei wir auch beim Einsatzgebiet des neuen Flaggschiff-Lautsprechers sind: Für einen reinen Smart-Speaker im Schlafzimmer ist der Sonos Era 300 sowohl klanglich, als auch preislich überdimensioniert. Voll zahlt er sich aber aus, wenn man ihn in mittelgroßen Räumen als einzelner, raumfüllender Lautsprecher nutzen oder ihn in ein aufwendiges TV-Setup für Surround-Sound einbauen will. In beiden Fällen sticht der Sonos Era 300 alle anderen derzeitigen Smart-Speaker aus. Wie beim Sonos Era 100 gibt es nun zudem die neue Bedienfeld-Anordnung, Bluetooth-Unterstützung, Trueplay-Einmessung und Line-In. Das Design des Era 300 gleicht wiederum etwas einer umgelegten, flachgedrückten Sanduhr. An der Unterseite neu ist ein Gewinde, um ihn optional auf einem Standfuß aufzuschrauben. 

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