Sony Xperia 1 II im Test: Das große Handy-Comeback

Sony-Smartphones schwirrten lange unter dem Radar herum. Das ändert sich mit dem neue Xperia 1 II, das sich vor keinem Flaggschiff verstecken muss.

Vorgestellt wurde das Sony Xperia 1 II bereits im Februar, nun liegt es auch zum Praxis-Test vor. Und es kann sich sehen lassen. Sony hat der Xperia-Serie ein kleines Design-Makeup verpasst, ohne das eckige Xperia-Design komplett über Bord zu werfen. Statt in kunterbunten Farben kommt das neue Smartphone in klassischem Schwarz daher. Die Vorderseite besteht aus einem 6,5 Zoll großem OLED-Display im 21:9 Format. Am Rahmen an der rechten Seite finden sich Power- und Lautstärke-Button.

Auf der Hinterseite wird das schlichte und trotzdem edle Design nur von einem Sony-Schriftzug und dem Kameramodul unterbrochen. Dieses fällt deutlich dezenter als jene der neuen Flaggschiffe der Konkurrenz aus – und steht auch deutlich geringer aus dem Gehäuse hervor. Dadurch liegt das Smartphone auch sicher am Tisch und macht keine unbeabsichtigten Abflüge bei leicht schrägen Flächen. Der Rahmen selbst ist nur leicht gerundet, was dem Gerät auch in der Hand einen sicheren Halt gibt.

Legt sich mit den Besten an

Sony hat schon beim Gehäuse nicht nur auf eine exzellente Verarbeitung, sondern auch auf allerlei Kunden-Wünsche geachtet. So ist der Fingerabdruckscanner in der Power-Button integriert und der Schacht für die SIM- und microSD-Karte lässt sich auch ohne Nadel nur mit dem Fingernagel öffnen. Beim Fingerabdruckscanner geht es nun flott zu: Ist das Smartphone entsperrt, legt man nur den erfassten Finger auf die Power-Taste und das Display entsperrt in Windeseile ohne Wartezeiten.

Auch einen klassischen Kopfhöreranschluss gibt es an der Oberseite des Gehäuse-Rahmens. Das Innenleben des Sony Xperia 1 II macht wiederum klar, dass man sich hier mit den besten Smartphones am Markt anlegen kann. Neben einem Qualcomm Snapdragon 865 Prozessor finden sich acht Gigabyte Arbeitsspeicher, 5G-Unterstützung, 256 Gigabyte interner Speicher und ein 4.000 Milliamperestunden starker Akku im Handy. Ruckler und Pausen gibt es dadurch auch bei Hardware-fordernden Spielen nicht. Zudem ist das Gerät wasserdicht und lässt sich auch kabellos aufladen.

Scharfes Display, lange Akkulaufzeit

Bluetooth 5.1 und USB Typ C 3.1 bringen das Sony-Smartphone auch bei den Verbindungen auf den neuesten Stand. Beim Display gibt es wenig auszusetzen. Die Farben sind stark, die Helligkeit ist auch bei Sonnenlicht überzeugend und die Darstellung messerscharf. Bildwiederholraten von 90 oder 120 Frames pro Sekunde gibt es hier zwar nicht, das Tipp- und Wischerlebnis ist aber dennoch sehr flüssig und man wird mit einer längeren Akkulaufzeit entschädigt. Das Display selbst löst mit 1.644 x 3.840 Pixel auf.

Apropos Akkulaufzeit: Die lässt mit rund zehn Stunden im Dauerbetrieb und zwei Tagen bei durchschnittlicher Nutzung viele aktuelle Flaggschiff-Gegner alt aussehen. Etwas gedämpft wird dies von einem kleinen Manko des Smartphones: Zwar verfügt das neue Sony Xperia 1 II über eine Schnellladefunktion, mit dem mitgelieferten Ladekabel geht es allerdings trotzdem bei weitem nicht so schnell wie bei anderen Herstellern. So braucht das gute Stück im leeren Zustand gut eine Stunde und 45 Minuten, bis es wieder voll geladen ist.

Riesiges Kamera-Upgrade

Gänzlich neu ist die Kamera-Konstellation des Xperia 1 II. Die Triple-Kamera besteht aus einer 12 Megapixel Ultraweitwinkelkamera (16 Millimeter, f/2.2), einer 12 Megapixel Weitwinkelkamera (24 mm, f/2.0) und einer 12 Megapixel Telekamera (70 mm, f/2.4) samt optischer Bildstabilisierung. Eine solche bekam auch der Tiefensensor des Smartphones spendiert. Bei der Kamera arbeitet Sony mit den Experten von Zeiss zusammen. Die Frontkamera knipst mit 8 Megapixel. Die Ergebnisse können sich dabei durchaus sehen lassen:

Die Kameras bieten dabei einige Funktionen, die es so bisher in Smartphones noch nicht gab und die mit Technologien aus der spiegellosen Sony-Vollformatkamera Alpha 9 möglich werden. So verfolgt die Kamera mit allen drei Objektiven per Autofokus blitzschnell die Augen von Menschen und Tieren und ermöglicht so besonders von Gesichtern spektakulär scharfe Aufnahmen. Der Autofokus und die Belichtungsautomatik machen auch Serienaufnahmen mit 20 Bildern pro Sekunde möglich. Generell gilt: Aufnahmen mit dem Sony-Smartphone fallen tags und nachts sehr scharf und gleichzeitig mit natürlichen Farben aus. Mankos? Wenig! Einzig mit der Makroaufnahme muss man etwas spielen, um scharfe und sehr nahe Aufnahmen zu bekommen.

Ein rundum gelungenes Smartphone-Comeback

Wer nicht nur Schnappschüsse mit dem Sony Xperia 1 II machen will, findet in dem Smartphone sogar das Gerät seiner Träume. ISO, Verschlusszeit, Weißabgleich und Co. können allesamt adjustiert, Bilder im RAW-Format gespeichert und Material mit professionellen Apps wie "Photo Pro" und "Cinema Pro" bearbeitet werden. Und auch beim Sound sticht das Smartphone hervor: Die beiden fast nicht sichtbaren Lautsprecher in Verbindung mit einer Vibrationstechnologie machen Filme und Serien auch zu Sound-Wundern.

Das alles hat auch seinen Preis: 1.190 Euro hat Sony für das Smartphone veranschlagt. Aber: Wer nach Angeboten sucht, findet bereits Händler, die das Luxus-Smartphone um rund 300 Euro günstiger anbieten. Zwar ist es kein Schnäppchen, kann aber mit allen Flaggschiffen der Konkurrenz in dem Preissegment mithalten. Kleinere Schwächen gibt es beim Laden, was das Gerät mit einem starken Akku ausgleicht. Display, Kamera, Leistung und Sound des Sony Xperia 1 II sind exzellent – und das Smartphone hat das Zeug, das große Handy-Comeback des Herstellers einzuläuten.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account rfi Time| Akt:
SmartphoneSonyTechnologie

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen