Soundkissen bettet Schlaflose zur Ruhe

Stundenlanges Im-Bett-Herumwälzen wegen Stress: Das kennt fast jeder. Das Otto-Wagner-Spital testet mit dem "Sound-Kissen" ein System, das schlaflosen und verwirrten Patienten helfen soll.

Leise plätschert Klaviermusik durch die Polsterhülle, Harfenklänge mischen sich darunter. "Heute" testete das Soundkissen im Otto-Wagner-Spital (Penzing). Die Musik kommt direkt aus Lautsprechern im Kissen, wirkt beruhigend. Durch ein Kabel ist das Kissen mit einem High-Tech-Player verbunden. Mehrere Programme stehen zur Auswahl – vom zwanzigminütigen "Power Nap" bis zur achtstündigen Musikbegleitung über die ganze Nacht hinweg.

"Musik nach Rezept" statt Chemie

"Wer bei uns kein Schlafmittel will, bekommt das Soundkissen", erklärt Heidemarie Abrahamian, Abteilungsvorständin der Internen Abteilung im Otto-Wagner-Spital.

Sieben verschiedene Stücke kann man auswählen. Abrahamian testet eigene Programme für "Delir"-Patienten, die sich in einem Verwirrtheitszustand befinden, zum Beispiel Stimmen hören oder an Halluzinationen leiden. Der Vorteil: Musik-Medizin hat keine Nebenwirkungen. Statt chemischen Beruhigungsmitteln wirken die Klänge entspannend auf das Gehirn.

"Es ist Musik nach Rezept. Klänge und Tonfolgen sind aufeinander abgestimmt", erklärt Abrahamian. Die Stücke werden von Musikwissenschaftlern der Paracelsus-Uni komponiert. Wer gern ein eigenes "Soundkissen" hätte: Es kostet bis zu 1.990 Euro. (gem)

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