Wirtschaft

Soviel verdiente Grasser zwischen 2000 und 2010

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:38

Das Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe die Steuerakten des früheren Finanzministers Karl-Heinz Grasser aus den Jahren 2000 bis 2010. Auffällig ist dabei vor allem die Entwicklung des Einkommens, das Grasser in Österreich versteuert. Im Jahr 2009 versteuerte er nämlich nur noch 919,87 Euro - und das bei einer kolportierten Wohnungsmiete von über 20.0000 Euro monatlich.

aus den Jahren 2000 bis 2010. Auffällig ist dabei vor allem die Entwicklung des Einkommens, das Grasser in Österreich versteuert. Im Jahr 2009 versteuerte er nämlich nur noch 919,87 Euro - und das bei einer kolportierten Wohnungsmiete von über 20.0000 Euro monatlich.

Die Finanz hegt "den konkreten Verdacht einer Abgabenhinterziehung bezüglich Umsatzsteuer, Einkommenssteuer und Kapitalertragssteuer", heißt es in den Akten. Dem Beschuldigten Grasser werden dabei "in Steueroasen angesiedelte Rechtssubjekte" - aufgezählt werden etwa die Silverland Stiftung, die Levesque Holding und die Gemain Limited - zugerechnet, bei denen der Verdacht bestehe, dass Grasser diese Firmen "faktisch" kontrolliere.

Traum-Gagen als Finanzminister

So betrug sein Jahresbrutto im Jahr 2000 noch 446.042 Euro. Grasser arbeitete damals bis zu seiner Angelobung als Finanzminister am 4. Februar 2000 beim Magna-Konzern und bekam für die ersten fünf Wochen des Jahres von Magna Bruttobezüge von 259.201,83 Euro. Als Minister bekam er für den Rest des Jahres Bruttobezüge von 186.839,75 Euro. Während seiner Ministerzeit hatte Grasser dann zwischen 207.203 Euro (2001) und 219.055 Euro Bruttobezüge.

Im Jahr 2007 (Grasser schied am 11. Januar als Finanzminister aus und erhielt sein Ministergehalt bis Ende März) beginnt Grassers Einkommen dramatisch zu sinken. 2007 belaufen sich seine Bruttobezüge nur mehr auf 43.152 Euro. Laut Einkommenssteuerbescheid 2007 beträgt sein Jahreseinkommen letztlich 29.524,35 Euro, weil Werbungskosten und ein Veranlagungsfreibetrag abgezogen wurden.

2009 nur mehr 14.000 Euro im Jahr

Im Jahr 2008 belaufen sich Grassers Einkünfte aus selbständiger Arbeit auf lediglich 23.988,70 Euro, abzüglich Werbungskosten sinkt der Gesamtbetrag der Einkünfte auf 17.153,42 Euro. Seine Steuer vor Abzug der Absetzbeträge sank auf lediglich 2.742,14 Euro. Im Jahr 2009 verblieb letztlich ein Einkommen 13.520,20 Euro, die Steuer sank auf 919,87 Euro.

Diese geringen Summen kommen den Finanzjägern seltsam vor. In Medienberichten hatte es zuletzt geheißen, dass Grasser für sein Penthouse in Wien monatlich angeblich über 20.000 Euro Miete bezahlt.

"Sturm im Wasserglas"

Grassers Anwalt Manfred Ainedter beteuert, dass sein Mandant immer alles versteuert hätte, was zu besteuern war. Für ihn ist die Veröffentlichung der Steuerakte "ein weiterer Fall von Amtsmissbrauch". Der Bericht in "News" sei "unseriös, unvollständig und schlecht recherchiert", eine Klage sei in Vorbereitung. Es handle sich bei dem Artikel um einen "Sturm im Wasserglas". Grasser habe jedenfalls "erhebliche Beträge" an Steuer gezahlt, erinnerte Ainedter daran, dass für GmbHs Körperschafts- und Kapitalerstragssteuer anfallen, während es in dem Bericht des Magazins lediglich um die Einkommenssteuer gegangen sei.

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