SP-Bezirks-Chef per Brief gefeuert, an Basis brodelt es

SP-Manager Georg Brockmeyer: Nicht in der Parteizentrale muss jemand gehen, sondern der Welser Bezirksparteiobmann.
SP-Manager Georg Brockmeyer: Nicht in der Parteizentrale muss jemand gehen, sondern der Welser Bezirksparteiobmann.McGreenie
Der Welser Bezirksgeschäftsführer Mato Simunovic wurde per Brief gefeuert. Jetzt gibt es in der SPOÖ einen Aufstand.

In der SPÖ in Oberösterreich brodelt es gewaltig. Nach dem ernüchternden Ergebnis vom Sonntag (18,6 Prozent, um 0,2 Prozent mehr als das historisch schlechteste Ergebnis von 2015) wurden von der Parteiführung nun erste Konsequenzen gezogen. 

Aber während die Spitze um Parteichefin Birgit Gerstorfer (sie sprach von einem guten Ergebnis) und Landesgeschäftsführer Georg Brockmeyer (vorerst) bleiben, wurde bereits ein kleinerer Parteifunktionär gefeuert.

Der Welser Bezirkspartei-Geschäftsführer Mato Simunovic bekam am Dienstag in der Früh, also rund 30 Stunden nachdem das Wahlergebnis feststand, einen eingeschriebenen Brief zugestellt.

Der Inhalt des Briefes: Die Kündigung. Unterschrieben von Brockmeyer.

Davor habe es keinerlei Gespräch gegeben, sagen nun verärgerte Funktionäre aus Wels. 

"Wir lassen uns das sicher nicht gefallen"

Fuchsteufelswild ist der Stadtparteivorsitzende der SPÖ Wels Klaus Schinninger: "Wir lassen uns das sicher nicht gefallen. Mato hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Und ganz abgesehen davon: So geht man nicht mit Menschen um", sagt der im Gespräch mit "Heute".

Kein Termin bei Parteispitze

Man versuche deshalb seit Mittwochvormittag, einen Termin bei Parteichefin Birgit Gerstorfer und eben Brockmeyer zu bekommen. Und Schinninger ist nicht der einzige, der die Aktion, des ohnedies innerhalb der Partei sehr umstrittenen Brockmeyer, kritisiert.

"Es schockiert mich, dass man sich bei einem Parteimitarbeiter abputzt. Offenbar hat die Landespartei ein Bauernopfer gesucht. Für mich ist dieser Schritt nicht nachvollziehbar", zitieren die OÖN den Marchtrenker Bürgermeister Paul Mahr (SP). 

"Erinnert an vielzitierte böse Unternehmer"

Der Welser Gemeinderat Bernhard Humer sagt klar: "Die Vorgangsweise ist letztklassig und spricht Bände für die Geisteshaltung der Landespartei. Einen 58-Jährigen zwei Tage nach der Wahl mit eingeschriebenem Brief zu kündigen, erinnert an die vielzitierten bösen Unternehmer, die wir als Partei so heftig bekämpfen."

Nach ersten Berichten über den "Aufstand" in der SPÖ Mittwochnachmittag gingen viele Funktionäre auf Tauchstation, waren für weitere Kommentare vorerst nicht erreichbar. Deutliches Zeichen dafür, dass es an der Basis tatsächlich brodeln dürfte.

Brockmeyer selbst hat Ende Juni nach einer vielversprechenden Umfrage gemeint, das Wahlziel könnte nur 21 Prozent und der zweite Platz sein. Im ORF sagte er damals: "Wenn wir die Wahlziele erreichen, gut. Wenn nicht, dann werde ich auch die Verantwortung dafür übernehmen und die persönlichen Konsequenzen ziehen".

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