Österreicher wegen Mio.-Betrug in Spanien gefasst

Bild: picturedesk.com

Helmut M. wurde europaweit gesucht. Er versteckte sich in Orihuela (Alicante, Südspanien) zusammen mit seiner Frau und seinem 7-jährigen Sohn. Die Chronologie des Falles.

Der Tiroler Helmut M. ist in Spanien verhaftet worden. Der 47-Jährige gilt als einer der größten Finanzbetrüger Europas. Er soll binnen zwei Jahren Kunden um Millionen Euro mit falschen Versprechungen geprellt haben.

Helmut M. versteckte sich im andalusischen Ort Orihuela. Er wurde per Haftbefehl gesucht, am Donnerstag klickten schließlich die Handschellen. Nun sitzt er hinter Gittern und wartet auf seine Auslieferung nach Österreich. Zwei Monate hatten sich Fahnder dafür auf die Lauer gelegt.

Der Gefasste gab sich als Geschäftsmann aus und soll in nur zwei Jahren von 2014 bis 2016 seinen Kunden mehrere Millionen Euro abgeknöpft haben, indem er ihnen nicht existente Fonds anbot sowie nicht vorhandene Grundstücke, Bauplätze und Immobilien verkaufte. Die so Geschädigten stammen aus ganz Europa, der größte Teil von ihnen aus Österreich und Deutschland. Spanische Medien berichten von einer Schadenshöhe von 16 Millionen Euro.

Die spanische Polizei vermutete zunächst, dass sich Helmut M. in der Hauptstadt Madrid aufhielt, dehnte dann aber die Suche auf ganz Spanien aus. Bekannt war, dass er die Betrügereien von Spanien aus tätigte, doch wo er sich genau niedergelassen hatte, das wussten die Fahnder nicht.

Mit Frau und Sohn untergetaucht

In akribischer Detektivarbeit konnten sie ihn dennoch nun ausforschen: Er versteckte sich mit seiner Frau und seinem sieben Jahre alten Sohn in einem schwer zugänglichen Haus der alicantinischen Stadt Orihuela.

Er wechselte ständig seine Handys

Die Ermittler spürten ihn durch die Überwachung seiner Mobiltelefone aus, die er ständig wechselte, um nicht lokalisiert werden zu können. Dies erschwerte ihre Arbeit sehr, dennoch gelang es ihnen nach rund einem Monat eines der Telefone anzuzapfen. Was dann folgte, erinnert an Szenen aus einem Krimi.

In seinem Versteck installierten die Fahnder Kameras, um ihn zu überwachen und seine Wege zu kontrollieren. Er verließ nur alle sechs bis sieben Tage das Haus, um in dem Ort einzukaufen. Die anderen Tag sperrte er sich mit seiner seiner Ehefrau und dem gemeinsamen siebenjährigen Sohn ein.

Kräftige Statur, viele Polizisten

Am Sonntag dann war alles anders: Acht Polizisten lauerten ihm auf, es waren so viele, da Helmut M. von kräftiger Statur ist und man befürchtet hatte, dass er sich bei seiner Verhaftung wehren würde. Doch letztlich leistete er keinen Widerstand.

Von den ergaunerten Geld hatte er Häuser gekauft, diese vermietete er. Von den Einnahmen wiederum lebte er die letzten Monate versteckt in seinem Haus, denn er wusste, dass ihm die Fahnder auf den Fersen waren. Für Helmut M. gilt die Unschuldsvermutung.

Das österreichische Außenministerium bestätigte auf "Heute"-Anfrage, dass ein österreichischer Staatsbürger in Spanien verhaftet wurde.



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(Red)

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