Die spanische Regierung will das Rauchen in öffentlichen Außenbereichen wie Gastgarten, Parks und Stränden verbieten. Mit dem neuen Gesetz soll das Rauchverbot, das bisher nur drinnen gilt, ausgeweitet werden. "Um die öffentliche Gesundheit besser zu schützen und auf eine tabakfreie Generation hinzuwirken", erklärte Gesundheitsministerin Mónica García am Dienstag nach der Kabinettssitzung vor Journalisten.
"Das Ziel ist einfach: Saubere Luft soll in gemeinsam genutzten Räumen zur Norm werden", betonte García. Schwangere und Menschen mit Asthma sollen auf Restaurantterrassen sitzen können, ohne dem Rauch anderer Gäste ausgesetzt zu sein. Das Verbot betrifft auch E-Zigaretten und gilt neben den Terrassen im Hotel- und Gastgewerbe auch für "Bushaltestellen, Bahnsteige, Universitätsgelände, Sportanlagen, Schwimmbäder und Strände", so die Ministerin.
Mit dem neuen Gesetz will man auch erreichen, dass Minderjährige gar keinen Tabak mehr konsumieren dürfen. Werbung für Tabak und E-Zigaretten soll komplett verboten werden. Bevor das Gesetz in Kraft tritt, muss es aber noch im Parlament beschlossen werden. Dort hat die linksgerichtete Minderheitsregierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez keine eigene Mehrheit.
Besonders in der Gastronomie wird die neue Regelung wohl für Aufregung sorgen. Die Außengastronomie ist in Spanien vor allem in den warmen Monaten sehr beliebt und spielt wirtschaftlich eine große Rolle.
Laut Gesundheitsministerium rauchen etwa 26 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Spaniens täglich. Tabak ist dort jedes Jahr für 50.000 Todesfälle verantwortlich. Schon seit 2011 ist das Rauchen in allen geschlossenen öffentlichen Räumen wie Bars, Restaurants, Cafés, Diskotheken und Casinos verboten.