Knapp eine Woche nach dem schweren Zugunglück mit 69 Toten und über 200 Verletzten in Spanien hat der spanische Verkehrsminister Oscar Puente am Dienstagabend seinen Rücktritt bekannt gegeben. Bei seiner Anhörung vor dem Parlamentsausschuss in Madrid kündigte er zudem an, bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 29. November nicht mehr zu kandidieren.
"Ich habe die Entscheidung über meine Zukunft in den ersten Minuten nach der Tragödie getroffen", erklärte Puente vor den Abgeordneten. "Ein Verkehrsminister in einem Land wie Spanien kann nach zwei Unfällen dieser Schwere in weniger als einem Jahr nicht im Amt bleiben."
Wie CNN berichtet, krachte bei dem Unglück vergangene Woche auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Andalusien ein Zug in einen stehenden Zug. "Es gab ein rotes Signal, das die Weiterfahrt untersagte; dennoch wurde der Zug zur Weiterfahrt autorisiert", so Puente. "Das ist eine unter unerklärlichen Umständen getroffene Entscheidung."
Dem aktuellen Unglück war bereits im Jänner eine schwere Katastrophe vorausgegangen: In der Kleinstadt Adamuz kollidierten zwei Hochgeschwindigkeitszüge frontal miteinander, mindestens 41 Menschen kamen ums Leben. Es war das schwerste Zugunglück Spaniens seit mehr als einem Jahrzehnt.
In der Nacht des jüngsten Unglücks kam es vor dem Verkehrsministerium zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Einige der Protestierenden forderten auch den Rücktritt von Premierminister Pedro Sanchez.
Sanchez würdigte seinen scheidenden Minister auf Social Media: "Politiker wie er machen unser Land ehrenwerter und zeigen uns, dass wir nicht alle gleich sind. Während manche nur Lektionen erteilen, geben andere alles."