Spannung vor der Wahl des nö. Ärztekammer-Präsidenten

Symbolbild in einer Ordination eines Arztes.
Symbolbild in einer Ordination eines Arztes.imago images/Westend61
Morgen, Mittwoch, soll ein neuer Präsident der nö. Ärztekammer gewählt werden. Doch ob das gelingt, ist fraglich. Die Hintergründe.

Hochspannung vor dem morgigen Urnengang: Am Mittwoch haben die niederösterreichischen Ärzte vor, ihren Präsidenten zu wählen. Ob ihnen das gelingt, ist fraglich. Der Wählerauftrag von 46 Prozent der wahlberechtigten Ärzte hinterließ Anfang April ein kleines Rätsel: Man wählte neun Fraktionen in die Kurie der niedergelassenen und der angestellten Ärzte. Daraus wird nun der Kammerchef und zwei Kurienobleute gewählt.

Eine sich bereits gebildete Koalition aus fünf Fraktionen unter der Führerschaft des Ärzteverbands NÖ steht mit einem Mandat Überhang auf wackeligen Beinen. Das Fehlen einer Delegierten, die sich im Ausland befindet, könnte zudem eine Pattstellung zwischen der Koalition und ihrem Gegenüber bedeuten.

Harald Schlögel nominiert

Die „Koalition der fünf“ hat sich bereits auf die Vergabe der Ämter geeinigt. Sie nominierten Dr. Harald Schlögel, ein HNO-Arzt aus Mödling, zum Kandidaten für den NÖ-Ärztekammerchef. Der heute 61-Jährige war bereits in den 2000er-Jahren Vizepräsident der Ärztekammer. Für das besonders umkämpfte Amt des Kurienobmanns der niedergelassenen Ärzte ist Dr. Martina Hasenhündl vorgesehen. Die Allgemeinmedizinerin aus Stetten (Bezirk Korneuburg) steht bereits seit vielen Jahren im Sold der Kurie der Niedergelassenen und will für frischen Wind sorgen.

Sieg für ARGUS

Der NÖ-Ärzteverband ging aus der Wahl nur als Zweitplatzierter hervor. Die meisten Stimmen holte sich der ARGUS, die Arbeitsgemeinschaft der unabhängigen Spitalsärzte. Gegen einen Präsidenten aus den Reihen des ARGUS wehrt sich der VP-nahe Ärzteverband NÖ vehement. Und auch das Land wäre wohl nicht glücklich mit einem Spitalsarzt als Ärztekammerpräsidenten. Potenzielle Kandidaten gelten als aufmüpfig.

Eines steht jetzt schon fest: Aufgrund des Wahlausgangs und den unterschiedlichen Kleinparteien in der NÖ-Ärztekammer steuern Ärzte, Patienten und Politik in Sachen Gesundheitswesen auf unruhige Zeiten entgegen. Zumal sich auch innerhalb der instabilen Koalition einige Hardliner den Kampf gegen Politik und Gesundheitskassen auf die Fahnen geheftet haben.

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