Spannungen zwischen Israel und Iran eskalieren

Die Lage auf den Golan-Höhen eskaliert zunehemend: Nach dem der Iran Israel angegriffen hat, nun der Gegenschlag auf iranische Ziele in Syrien.

Gefährliche Eskalation auf den Golan-Höhen. Auf dem Gebiet zwischen Israel und Syrien ist es in der Nacht auf Donnerstag zu Feuergefechten zwischen iranischen Streitkräften und Israel gekommen.

Die iranische Armee hat erstmals von Syrien aus mit Raketen auf israelische Militärposten geschossen. Das teilte der israelische Militärsprecher Jonathan Conricus mit. 20 Geschosse wurden von der Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, der Quds-Brigade auf die Golan-Höhen gefeuert. "Wir sehen diese iranische Attacke auf Israel als sehr schwerwiegend an", so der Armeesprecher.

Getroffen haben die iranischen Raketen allerdings nicht. Ihre Ziele haben sie verfehlt, es habe auch keine israelischen Opfer gegeben.

Gegenschlag

Israel reagierte mit einem Gegenangriff: Die Luftwaffe griff daraufhin mehrere iranische Militärziele in Syrien an. Es sei einer der "größten (Angriffe), die Israels Armee je gegen iranische Ziele unternommen hat", heißt es. Die iranische Armee habe schwere Schäden erlitten, Einrichtungen des Geheimdienstes, der Logistik, Militärposten, Lagerräume und Spähposten wurden getroffen.

Schwere Explosionen über Damaskus



Aus syrischen Armeekreisen heißt es, dass ein Luftwaffenregiment nahe Dumeir nordöstlich von Damaskus sowie die Brigade 38 bei Daraa getroffen worden sei. Die syrische Luftabwehr habe überdies erfolgreich Raketen abgefangen, die auf den Flughafen von Damaskus abgezielt hätten. Ein AFP-Journalist in Damaskus berichtete in der Nacht von schweren Explosionen in Damaskus sowie massiven Flugbewegungen über der Hauptstadt.

Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge trafen die israelischen Raketen zudem Stützpunkte der libanesischen Hisbollah-Miliz südwestlich von Homs sowie in Maadamijat al-Scham westlich von Damaskus. Dort seien iranische, syrische und Hisbollah-Kämpfer stationiert.

Israel will keine militärische "Eskalation"



Der israelische Militäreinsatz war einer der größten der vergangenen Jahre und der bislang größte gegen iranische Ziele. Conricus versicherte jedoch, Israel strebe keine militärische "Eskalation" mit dem Iran an. Ein weiterer israelischer Armeesprecher hatte zuvor gewarnt, jeglicher Versuch Syriens, auf das israelische Vorgehen zu reagieren, werde "unnachgiebig niedergeschlagen".

Die Lage hatte sich in den vergangenen Tagen immer weiter verschärft: Aus Sorge vor einem iranischen Angriff hatte die israelische Armee bereits am Dienstag die Behörden auf den besetzten Golanhöhen angewiesen, die dortigen Schutzbunker zu öffnen und in Bereitschaft zu versetzen. Die Anweisungen seien eine Folge von "irregulären Aktivitäten der iranischen Kräfte in Syrien", hatte die Armee erklärt.

Israel hatte in der Vergangenheit bereits wiederholt Ziele des Iran in Syrien angegriffen. Der Iran kämpft im syrischen Bürgerkrieg an der Seite der Regierungstruppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Israel fühlt sich durch die Präsenz des Iran im Nachbarland Syrien massiv bedroht. (red)

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:
Freie Syrische ArmeeGood NewsWeltwoche

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen