"Wer soll das bezahlen?, fragt sich derzeit VP-Wissenschaftsministerin Beatrix Karl angesichts der angespannten Budgetlage. Der ausgerufene Sparkurs bedroht nun den dringend nötigen Ausbau der Kunstuni am Linzer Hauptplatz. "Wir arbeiten trotzdem mit Hochdruck am Projekt weiter, erklärt Rektor Reinhard Kannonier.
Etwa 18 Millionen Euro soll der Umbau der ehemaligen Finanzerbüros im östlichen Brückenkopf kosten. Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) als Eigentümer würde das Projekt finanzieren und sich durch höhere Mieten das Geld von der Kunstuniversität zurückholen. Ob Rektor Kannonier von Karl dafür mehr Geld bekommt, ist jedoch mehr als fraglich. Wir brauchen bis Ende des Jahres eine Entscheidung, fordert der Uni-Chef. Im November wird er noch einmal mit dem Wissenschaftsministerium verhandeln.
Vom jüngsten Vorschlag des Linzer Finanzstadtrats Johann Mayr (SPÖ), mit der Künstler-Ausbildung in die ehemaligen Tabakwerke zu übersiedeln, hält Kannonier wenig: Wir sind platzmäßig sehr unter Druck und brauchen in absehbarer Zeit eine Lösung. Das Projekt Tabakwerke ist eher langfristig angelegt. Weiters sei Architekt Adolf Krischanitz mit den Detailplanungen des Innenausbaus so gut wie fertig. Die im vergangenen Jahr heiß umstrittenen Glasaufbauten auf den Dächern sind laut Kannonier weiterhin vorgesehen. Bei diesem Thema wird es sicherlich eine gestalterische Konsenslösung geben müssen, relativiert jedoch Ernst Eichinger von der BIG.
Jürgen Tröbinger