"Spatenstich" als Protest gegen "Beton-Stadtplanung"

"Die Praterstraße ist Symbol für Beton-Stadtplanung", so die Wiener Grünen, die am Mittwoch einen "Spatenstich" für den vorerst gestoppten Umbau der Straße durchführten.
"Die Praterstraße ist Symbol für Beton-Stadtplanung", so die Wiener Grünen, die am Mittwoch einen "Spatenstich" für den vorerst gestoppten Umbau der Straße durchführten.Denise Auer
Im Juli hätte der Umbau der Praterstraße starten sollen. Stadt und Bezirk stoppten das Projekt. Die Grünen packten jetzt trotzdem den Spaten aus.

Über 80 zusätzliche Bäume, Platzumgestaltungen, breitere Radwege, ein neuer Park am Therese-Krones-Platz und breitere Gehsteige hätten die Praterstraße in Wien-Leopoldstadt zu einem Klima-Boulevard (siehe Fotostrecke unten) machen sollen. Die Umbauarbeiten hätten Anfang Juli beginnen sollen und wären im September 2022 abgeschlossen gewesen. Zumindest sahen das die Pläne der ehemaligen Planungs-Stadträtin Birgit Hebein und der Ex-Bezirkschefin Uschi Lichtenegger (beide Grüne) vor. Beide wurden bei der letzten Wahl abgewählt. Die neue Stadträtin Ulli Sima und der neue Bezirksvorsteher Alexander Nikolai (beide SPÖ) legten das Projekt auf Eis, wollen die Pläne überarbeiten.

Mit einem symbolischen Spatenstich machten Grünen-Chef Peter Kraus und Bernhard Seitz, Bezirksvorsteher-Stellvertreter der Leopoldstadt, auf das "Versäumnis" der Stadt aufmerksam.

"Praterstraße ist Symbol für Beton-Stadtplanung"

"Die Praterstraße sollte zum Klimaboulevard werden. Die Anrainer*innen wollen das, die Kaufleute wollen das, das Klima braucht das. Und auch die Stadt wollte das, früher, noch unter Rot-Grün. Heute wollen Stadträtin Sima und Bezirksvorsteher Nikolai nichts mehr davon wissen. Was Rot-Pinke Stadtplanung kann oder viel mehr nicht kann, sieht man nicht nur hier, sondern auch am Naschmarkt, der Reinprechtsdorfer Straße, aber auch bei der Stadtautobahn durch die Donaustadt und natürlich bei der Lobauautobahn. Es ist 2021, wir können nicht den Rückwärtsgang in die 1970er Jahre einlegen", sagt Peter Kraus, Grüner Klima-Stadtrat.

"Die Anrainer haben in einem umfassenden Beteiligungsverfahren klar gemacht, was sie sich wünschen: Mehr Grün, mehr Abkühlung, mehr Platz zum Flanieren und damit eine Steigerung der Lebensqualität. Was die Stadt und der Bezirk hier machen ist eine Missachtung der Anrainer“, so Bernhard Seitz, Bezirksvorsteher-Stellvertreter der Leopoldstadt.

"Wir fordern daher die rasche Durchführung von Planungen auf Basis der vorliegenden Pläne der Stadt Wien aus 2020. Entsprechend dem geänderten Verkehrsaufkommen soll es nur mehr eine Fahrspur je Fahrtrichtung geben. Die Planungen sind rasch durchzuführen, damit der Umbau der Praterstraße spätestens im Sommer 2022 beginnen kann. Denn die Leopoldstädter haben ein Recht darauf, dass die Praterstraße rasch klimafit umgebaut wird", so Kraus und Seitz abschließend.

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