Dass Altkanzler Gerhard Schröder noch immer zu Kreml-Chef Wladimir Putin hält, sorgt in Deutschland für Empörung. Am Mittwoch war der 82-Jährige bei Putins 74. Geburtstagsfeier in Moskau zu Gast. Der Kreml veröffentlichte Fotos, auf denen sich die beiden Männer lächelnd die Hände schütteln.
Nun wird in der SPD der Ruf nach Konsequenzen laut. Die SPD-Landesvorsitzenden von Baden-Württemberg und Bayern, Robin Mesarosch und Sebastian Roloff, fordern einen Parteiausschluss des Altkanzlers.
"Ein Altkanzler, der auf Geburtstagspartys von Kriegsverbrechern geht, macht sich nicht nur für die SPD unmöglich", sagte Mesarosch dem "Tagesspiegel". "Schröder ist eine einzige Schande für das ganze Land."
Die Hürden für einen Parteiausschluss seien zwar hoch, aber: "Wenn es dieses Mal Aussicht auf Erfolg haben sollte, sollten wir das tun." Mesarosch betonte: "Denke ich an Schröder, denke ich nicht mehr an einen Sozialdemokraten."
Auch Bayerns SPD-Co-Chef Sebastian Roloff nannte das Verhalten "absolut unmöglich": "Einen Kriegsverbrecher, der nicht nur die Ukraine seit Jahren terrorisiert, sondern auch hybride Angriffe auf Deutschland befiehlt, zu hofieren, ist nicht zu rechtfertigen."
Der frühere Bundesarbeitsminister Hubertus Heil reagierte ebenfalls empört: "Die herzliche Umarmung von Schröder und Putin in Moskau empört mich zutiefst und wühlt mich auf." Mit einem Diktator zu feiern, dessen "mörderischer Imperialismus täglich entsetzliches Leid" verursache, sei durch nichts zu rechtfertigen.
Selbst Kanzler Friedrich Merz zeigte sich "zutiefst empört". Putin allein sei für den Krieg in der Ukraine verantwortlich und seine Befehle sorgten täglich für unermessliches Leid, für zivile Opfer und Tote. Auch die Grünen fordern ein neues Parteiausschlussverfahren.