Filipa Césars hat nach ihrer Filmausbildung in Kuba während der Befreiungskämpfe in Guinea-Bissau (1963–74) damit begonnen, die Kamera als Beobachter einzusetzen.
Das erste Bild ist schwarzweiß, steht kopf und wird in eine Blackbox projiziert, die zum Bildraum wird. Wie eine Zeitkapsel schwebt es nun neben dem Gesicht eines Mannes.
Er blickt nach unten, lauscht der Stimme einer Guerillakämpferin, übersetzt sie aus dem Fulfulde. In der Kapsel wird Geld gezählt und als neue Währung ausgezahlt, in der Blackbox laufen Jahreszahlen rückwärts.
Durch die Hände des Mannes gleitet ein 16-mm-Film, Frame für Frame wird er auf den Bildschirm eines Laptops übertragen.
Filipa Césars Spell Reel ist das Ergebnis eines vielschichtigen Recherche- und Digitalisierungsprojekts, das sie 2011 mit Sana na N'Hada und Flora Gomes initiierte.