Ukraine

Spionageverdacht? Rätsel um Tod von Ukraine-Verhandler

Er könnte ein Spion gewesen sein: Denis Kireew (44) nahm auf ukrainischer Seite bei den Gesprächen mit Russland in Belarus teil. Jetzt ist er tot.
Heute Redaktion
06.03.2022, 13:34

Denis Kireew war am Montag in der Stadt Gomel in Belarus bei den Verhandlungen um einen Waffenstillstand zwischen der Ukraine und Russland dabei. Nun ist er tot. Denis Kireew war einer der Unterhändler auf ukrainischer Seite. Der 44-Jährige soll getötet worden sein. Die Todesumstände sind mysteriös.

 Neues zum Ukraine-Krieg in unserem Live-Ticker >>

Der Investigativ-Journalist Michael Weiss schreibt auf Twitter, dass Kireew ein Doppelagent gewesen sein könnte, der im Dienste von Russland und der Ukraine spionierte. Er hält es für möglich, dass Kireew vom ukrainischen Geheimdienst SBU erschossen wurde. Dieser hätte ihn als russischen Agenten des Landesverrats bezichtigt und verhaften wollen.

Kireew wollte Verhaftung entgehen

Kireew soll Informationen aus den Verhandlungen an Putins Mitarbeiter geleakt haben, schreibt das Nachrichten Portal "Pravda" auf Berufung von Regierungskreisen. Kireew habe zuvor versucht zu flüchten, um damit seiner Verhaftung zu entgehen. Laut der Zeitung war der mutmaßliche Spion nicht auf der offiziellen Liste der Verhandlungsteilnehmer genannt, doch Fotos zeigen, dass er in Belarus mit am Tisch saß.

Ein ukrainischer Geheimdienstmitarbeiter widersprach der Spion-Version auf Facebook. Er sagt, Kireew sei einer von drei Geheimdienstmännern, die bei einer Spezial-Operation ums Leben kamen. Kireew sei ein Held und habe seinem Land heldenhaft gedient. Er hinterlässt drei Kinder.

Kireew war laut "Pravda" bereits im Jahr 2020 wegen Verdachts auf Russland-Spionage angeklagt. Der 44-Jährige habe zudem Verbindungen zu Oligarchen gepflegt, die für den Putin-nahen ukrainischen Ex-Präsident Viktor Janukowitsch tätig gewesen sein sollen. Kireew war zudem im Privat-Banking-Geschäft tätig.

Mehr zum Thema
Jetzt E-Paper lesen