Spirag'schichten

Wenn Elizabeth T. Spiras raufaserige Stimme aus dem Hintergrund fragt,wie es sich denn so anfühle,einsam zu sein und die Kamera dem zusammengesunkenen Kandidaten dabei ganz nah ins Gesicht fährt, muss ich wegschalten.Wie soll es sich schon anfühlen,einsam zu sein, Frau Spira! Super, natürlich!

Wenn Elizabeth T. Spiras raufaserige Stimme aus dem Hintergrund fragt,wie es sich denn so anfühle,einsam zu sein und die Kamera dem zusammengesunkenen Kandidaten dabei ganz nah ins Gesicht fährt, muss ich wegschalten.Wie soll es sich schon anfühlen,einsam zu sein, Frau Spira! Super, natürlich!

„Liebesg’schichten und Heiratssachen“ heißt die Fernsehsendung, die sich seit 15 Jahren Millionen von Österreichern anschauen. Frau Spira ist die Quotenkönigin des ORF und deshalb darf sie jetzt auch eine neue Staffel drehen.Dafür sucht sie bereits nach frischen Bewerbern, die sich vorführen lassen. Je mehr Porzellan-Figürchen, Plastikblumengestecke und Häkeldeckchen die Kamera in den jeweiligen Wohnzimmern findet, desto besser. Desto lustiger für den Zuschauer. Weil für den wird der ganze Aufwand ja schlussendlich betrieben. Ob der durchleuchtete Kandidat am End’ein Weibchen oder Männchen fürs Leben findet, ist nebensächlich.

Wieso uns die „Spirag’schichten“ trotzdem magnetisch anziehen? Aus dem selben Grund,warum wir langsamer werden, wenn am Pannenstreifen ein Auto brennt:Weil’s arg ist.

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