Die Berichte aus den Krankenhäusern in Salzburg und Oberösterreich werden täglich bedrückender. Die steigende Zahl an Corona-Kranken in Normal- und Intensivstationen zwingt immer mehr Patienten, ihre dringend notwendigen Operationen zu verschieben. Besonders berührend ist der Fall des kleinen Oskars aus Hallein (Sbg.), der an einem Herzfehler leidet.
In der Spezialklinik in Linz, wo der Bub heuer hätte operiert werden sollen, finden normalerweise etwa sieben Herz-OPs pro Woche an Kindern statt. Jeder der jungen Patienten muss danach auf die Intensivstation. Doch das geht aktuell nicht, weil das Spital überlastet ist. So genannte "elektive Eingriffe", wie etwa der Austausch von Herzklappen, müssen verschoben werden. Das betrifft bisher etwa 20 Herz-Operationen an Kindern, wie der ORF-"Report" in seiner Dienstagssendung berichtet.
"Jede Verschiebung ist für die Eltern eine mittlere Katastrophe", sagte Gerald Tulzer, Vorstand der Klinik für Kinderkardiologie am KuK in den "Oberösterreichischen Nachrichten".
Auch Oskars Eltern Lisa und Pascal L. hatten so gehofft, dass ihr Sohn endlich operiert wird. "Die Ärzte können sein Herz so umbauen, dass er gut mit seinem Zustand leben kann", erzählen sie den "Salzburger Nachrichten". Es wäre seine vierte Operation am offenen Herzen, die erste hatte der tapfere Bub schon kurz nach seiner Geburt.
Die Sauerstoffsättigung des Buben ist zu niedrig – sie liegt zwischen 80 und 85 Prozent. Die Folge seien neben einer raschen Erschöpfung auch, dass Oskar immer wieder blaue Zehen und Finger bekommt. Das sollte nun durch den neuen Eingriff besser werden.
Doch nun müssen die Eltern weiter warten. Dabei hatten sie sich schon auf den Eingriff vorbereitet. "Ich habe zu arbeiten aufgehört, Oskar haben wir aus der Krabbelgruppe rausgenommen, damit er sich nicht vor der Operation ansteckt. Mein Mann ist ins Homeoffice gewechselt", sagte Mama Lisa der "SN" weiter.
Auf "Heute"-Anfrage gaben die Eltern des kleinen Oskars dem Spital keinerlei Schuld, sie wollten keinen Druck aufbauen. "Wir wollten einfach auf die Situation aufmerksam machen". Sollte bis Jänner 2022 kein neuer Termin vorgeschlagen werden können, würde sich die Kardiologin des Buben einschalten, um die OP sobald als möglich durchführen zu können.