Spitalsarzt kassierte nie erbrachte Leistungen für Ordi

Der Prozess fand am Gericht in Krems statt.
Der Prozess fand am Gericht in Krems statt.Daniel Schreiner
Ein Spitals- und Ordinationsarzt soll nicht erbrachte Leistungen einfach der Krankenkasse verrechnet haben. Dafür musste er in Krems vor Gericht.

Wegen Betruges musste ein 62-jähriger Fach- und Spitalsarzt mit privater Ordination aus dem Waldviertel am Landesgericht Krems an der Donau auf die Anklagebank.

Er soll laut Anklage die Krankenhausdaten von Patienten verwendet haben, um nicht erbrachte Leistungen an Patienten in seiner privaten Ordination zu verrechnen.

Mutter mit Kind deckte Fall auf

Aufgeflogen ist der Arzt übrigens nur, weil eine Mutter mit ihrem Kind in der Spitalsambulanz war und dann beim späteren, postalischen Leistungsnachweis der Krankenkasse bemerkte, dass auch Leistungen des Klinikumsarztes in seiner Praxis angeführt waren.

"Wir waren aber nie in seiner Ordination", so die Mutter im Zeugenstand. Der Schaden beläuft sich auf rund 6.400 Euro, die Dunkelziffer dürfte höher sein.

Mindestens 40 Fälle

Der unbescholtene Mediziner gab beim Prozess zu bedenken, dass ein Datenaustausch unter Ärzten üblich und nur zum Vorteil der Patienten sei. Die unberechtigten Verrechnungen seien irrtümlich passiert. Da es aber laut Anklage zumindest 40 "irrtümliche Verrechnungen" waren, nahm der Richter dies dem Arzt nicht ab. "Zum Schluss fordert ja das System einen Kontrollklick", meinte der Richter.

Das Urteil: Zehn Monate Haft bedingte Haft und 10.800 Euro unbedingte Geldstrafe (nicht rechtskräftig). Den Job im Krankenhaus ist der Arzt los, seine Ordination betreibt er indes noch.

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