Österreich

Spitalsärzte einigten sich, AKH-Ärzte verhandeln wei...

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:09

Im Ringen um höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen haben sich die Spitalsärzte in einer nächtlichen Krisensitzung mit der Stadt Wien, der Gewerkschaft und den Krankenanstaltenverbund geeinigt. Bekannt ist, dass man den neuen Arbeitszeit- und Gehaltsmodellen zustimmt. Klar ist aber auch: Die AKH-Ärzte stellen sich quer und verhandeln weiter.

 
Mit dem neuen Arbeitszeitgesetz für Spitalsärzte, das mit 1. Jänner 2015 in Kraft trat, dürfen Ärzte in Österreich nur noch maximal 48 Stunden pro Woche arbeiten. Wegfallen tun dadurch vor allem Nachtdienste und Überstunden, die oft fast ein Drittel des Gehalts ausmachen.

Deshalb forderte die Wiener Ärztekammer nun eine Anhebung der Grundgehälter um 30 Prozent und die Konzentration auf Kernaufgaben. Ob dies Teil der Einigung ist, wird am Donnerstag um 10 Uhr bei einer Pressekonferenz im Rathaus bekanntgegeben.
AKH-Ärzte ziehen nicht mit

Keine Einigung bedeutet dies aber für die Ärzte im Wiener AKH - sie verhandeln separat weiter. Noch hoffen die AKH-Ärzte auf eine baldige Einigung im Gehaltsstreit, der nach der gesetzlichen Verkürzung der Arbeitszeit auf durchschnittlich 48 Wochenstunden entbrannt ist. Ausschließen wollen die Mediziner Kampfmaßnahmen nicht. Schon jetzt kommt es in den Ambulanzen von Wiens größtem Spital zu massiven Problemen.

"Sonst muss eskaliert werden"

Streik mache aber nur Sinn, wenn dieser den Arbeitgeber und nicht noch mehr die Patienten trifft. Die Notfall-Versorgung muss stets gewährleistet bleiben.  "Bis Mitte Februar muss eine Lösung auf dem Tisch liegen, sonst muss eskaliert werden", sagte Martin Andreas, Personalvertreter der AKH-Ärzte Dienstagnachmittag nach der Betriebsversammlung, an der knapp 400 Kollegen teilnahmen. "Die Bereitschaft für Streik ist unter den Kollegen gegeben, sollte es tatsächlich keine Lösung geben."

Rund 1.000 steirische Ärzte stimmten Opt-Out-Lösung zu

Nach in Kraft treten des neuen Arbeitszeitgesetzes für Ärzte wurde am Dienstag die erste Bilanz zum Zuspruch der Opt-Out-Regelung der Spitalsärzte der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft KAGes vorgelegt. Demnach hätten mehr als 1.000 Ärzte zugestimmt, länger als 48 Stunden wöchentlich zu arbeiten. Dies erklärten KAGes-Leitung und Gesundheitslandesrat Christoph Drexler (ÖVP) am Dienstag.

Mit ihrer Unterschrift hätten mehr als 1.000 steirische Spitalsärzte ihr freiwilliges schriftliches befristetes Einverständnis abgegeben. In allen LKH außerhalb der Landeshauptstadt wie auch am LKH-Universitätsklinikum hätten 61 Prozent und somit im ausreichenden Ausmaß Ärzte die Opt-Out-Regelung unterschrieben.

Er danke jenen Ärztinnen und Ärzten, "die uns bisher mit ihrem befristeten freiwilligen Verzicht auf mehr Freizeit helfen, der steirischen Bevölkerung weiterhin die gewohnte Versorgungssicherheit bieten zu können", so Gesundheitslandesrat Christopher Drexler am Dienstag.

Tirol evaluiert in Arbeitsgruppe

Im Konflikt um das neue Ärztearbeitszeitgesetz ruft das Land Tirol eine zweite Arbeitsgruppe für die Bezirksspitäler ins Leben. Diese werde ergänzend zur bestehenden "Tilak-Arbeitsgruppe" gebildet und soll ebenfalls die Auswirkungen des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes auf die medizinische Versorgungssituation erheben, teilte das Land am Dienstag mit.

 Die Evaluierung soll bis März 2015 vorliegen, erklärte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) nach einem Treffen mit Vertretern der Bezirkskrankenhäuser (BKH) Kufstein, Lienz, Reutte, St. Johann in Tirol, Schwaz und Zams. Die Arbeitsgruppe soll auch die Situation in den anderen Bundesländern analysieren, hieß es.

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