Der Fall hatte in Wr. Neustadt gehörig Staub aufgewirbelt und schlug sich auf so manchen Magen: Der Küchenchef und Ex-Gemeinderat soll übers Spital Lebensmittel für seine Catering-Firma bestellt und auch Waren abgezweigt haben. Der Magazineur soll die Waren in den Nachtstunden per Kühltransporter vom Krankenhaus zum Küchenchef in den Bezirk Wr. Neustadt-Land geführt haben.
Weiters soll der Küchenchef alte Produkte verkocht haben und neue Ware für sich einbehalten haben. Auch Dienstpläne sollen dafür frisiert worden sein, was mittlerweile auch von der Landesgesundheitsagentur (LGA) bestätigt wurde. Laut einer Insiderin soll der Schaden bis zu einer halben Million Euro betragen (es gilt die Unschuldsvermutung) - mehr dazu hier und hier.
Mittlerweile wurde auch ein Ermittlungsverfahren wegen Veruntreuung von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt eingeleitet - mehr dazu hier. Die FPNÖ hatte von Anfang an eine lückenlose Aufklärung und eine Anzeige gefordert. Udo Landbauer (FP) fordert jetzt sogar den Rücktritt von LGA-Vorstand Konrad Kogler.
„Der Fisch fängt am Kopf zu stinken an. Der eklatante Hygiene- und Betrugsskandal im Landesklinikum Wiener Neustadt muss der Geschäftsführung und den politischen Verantwortlichen längst bekannt gewesen sein“, kritisiert Landbauer das späte Einschreiten der zuständigen Landesgesundheitsagentur. „Dieser Megaskandal sollte vertuscht werden und gar nie an die Öffentlichkeit kommen. Die NÖ-Landeshauptfrau Mikl-Leitner muss endlich einschreiten. Dass so ein Skandal vernebelt, vertuscht und zugedeckt werden sollte, kann doch nicht ihr Anspruch sein? Das ist eine Zumutung, was hier passiert ist“, fordert Landbauer personelle Konsequenzen für den zuständigen LGA-Vorstand Konrad Kogler und die restlose Aufklärung.
Für Landbauer bleiben auch nach der Anzeige, die erst infolge des medialen und politischen Drucks der FPNÖ erstattet wurde, viele Fragen offen. Eine LGA-Sprecherin räumte nach Bekanntwerden lediglich Unregelmäßigkeiten ein. „Warum sollte alles vertuscht werden? Gab es politische Weisungen und welche Rolle spielt der LGA Vorstand Konrad Kogler? Warum hat man so lange zugewartet, bis rechtliche Schritte gesetzt wurden? Welche parteipolitischen Verbandelungen gibt es? Kann ausgeschlossen werden, dass der Küchenchef mit der abgezweigten Ware auch ÖVP-Veranstaltungen beliefert hat? Alle diese Fragen sind ungeklärt. Der Schaden für den niederösterreichischen Steuerzahler ist mit mutmaßlich einer halben Million Euro enorm“, so Landbauer.
Die FPÖ-Anfrage an den zuständigen Landesrat Stephan Pernkopfist seit zwei Wochen unbeantwortet. „Die ÖVP spielt offenbar auf Zeit und glaubt den Skandal aussitzen zu können.“, so Landbauer.