Splitter im Po: Bub (12) im KH Nord nicht behandelt

Werner B. (55) ärgert sich über Nicht-Behandlung seines Sohnes im KH Nord.
Werner B. (55) ärgert sich über Nicht-Behandlung seines Sohnes im KH Nord.Bild: privat, Sabine Hertel
Bei einem Futsal-Turnier zog sich Jerome B. (12) einen Riesen-Holzspan ins Gesäß ein. Die Rettung brachte ihn ins KH Nord. Dort wurde er nicht behandelt – weil es keine Kinderchirurgie gibt!
Jerome B. ist leidenschaftlicher Fußball- und Futsal-Spieler. Auch am 7. Jänner war der 12-Jährige bei einem Schülerliga-Futsal-Turnier in der Sporthalle Brigittenau in der Hopsagasse – sie wird von der MA 51 betrieben – mit vollem Einsatz dabei. Doch als er einen Ball abwehren wollte, bohrte sich ein Holzsplitter aus dem Parkettboden in seine linke Po-Backe.

Die Rettung brachte den Buben und seinen Vater, Werner B. (55), ins KH Nord. Dort kam Jerome in die Erstaufnahme: "Es kam sehr schnell eine Ärztin, die sich die Wunde ansah. Dann meinte sie: 'Es tut mir leid, aber ich kann ihnen nicht helfen. Wir haben keine Kinder-Chirurgie'", ärgert sich Werner B., der den Vorfall absurd findet: "Es gibt dort Ärzte, aber sie dürfen nicht helfen."

Transfer ins Donauspital

Jerome wurde in die Kinderchirurgie ins Donauspital gebracht, der Splitter entfernt. Warum der Bub transferiert wurde, erklärt eine Sprecherin des KH Nord auf Nachfrage: "Jerome hatte einen vier Zentimeter langen Holzschiefer, der an der Spitze zweigeteilt war und dessen Entfernen auch zu Komplikationen hätte führen können. Hier war eine kinderchirurgische Expertise gefordert. Die Medizinerin vor Ort im Krankenhaus Nord hat das völlig richtig eingeschätzt und die Rettung ersucht, ins Donauspital zu fahren, wo der Schiefer herausoperiert wurde. Das Donauspital ist das Partnerspital in der Region. Die beiden Spitäler haben ein aufeinander abgestimmtes Leistungsspektrum mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Im Donauspital gibt es den Kinderschwerpunkt, der das gesamte Spektrum der Kindermedizin, bis hin zur Kinderchirurgie abdeckt."

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Mittlerweile ist die Wunde wieder verheilt, die Stelle in der Sporthalle versiegelt und fachgerecht repariert: "Der Vorfall tut uns sehr leid. Der Boden wird laufend kontrolliert. Dass sich ein Splitter bei einem Match löst, lässt sich aber leider nicht verhindern", meint MA-51-Sprecher Harald Lang.



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