Die SPÖ übte bei ihrem "Europa-Fest" in Linz heftige Kritik. Kanzler Kurz sei ein "Türöffner für Rechtsextreme", die FP in der Regierung eine "Katastrophe".
Konzerte und Kritik – Das gab's am Donnerstagabend beim Europa-Fest der SPÖ beim Linzer Lentos.
SPÖ-Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner sagte in ihrer Rede, dass sich Vizekanzler Heinz-Christian Strache und FP-EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky gar nicht von den Rechtsradikalen distanzieren wollen.
"Türöffner für Rechtsextreme"
ÖVP-Chef Sebastian Kurz bezeichnete sie als „Türöffner für Rechtsextreme". Rendi-Wagner: „Warum sollen meine Kinder und eure Kinder und Enkelkinder nicht die gleichen Chancen in Europa haben, wie wir sie in den vergangenen Jahrzehnten hatten."
"Katastrophe für unser Land"
Birgit Gerstorfer, die Landeschefin der SPÖ, ergänzte: „Seit 74 Jahren haben wir nun Frieden in Europa. Noch. Ich sage es in aller Deutlichkeit: Unsere Demokratie ist in Gefahr. Weil es Kräfte gibt, die unser gemeinsames Europa zerstören wollen."
Österreich sei da keine Ausnahme. "Dass eine Partei wie die FPÖ Regierungsverantwortung hat, ist eine Katastrophe für unser Land. Ich sage euch: Die FPÖ sitzt zwar in der Regierung, aber sie übernimmt keine Verantwortung."
Vielmehr falle der Koalitionspartner von Kanzler Kurz täglich durch rechtsextreme Sager auf, so Gerstorfer.
OÖ ein "Hotspot der Rechtsrechten"
Vor allem Oberösterreich sei ein Hotspot der Rechtsrechten. „Ein Einzelfall nach dem anderen. Eine Widerlichkeit nach der anderen. Ein abscheuliches Rattengedicht eines FPÖ-Lokalpolitikers", so Gerstorfer weiter.
Sie erwähnte auch die Rede eines FPÖ-Landesrats vor der deutschen AfD sowie "die Linzer FPÖ-Clique und ihre engen Verflechtungen zu den Identitären".
Politiker, die sich nicht in aller Deutlichkeit von rechtsextremem Gedankengut distanzieren, seien "eine Schande für unser Land", so Gerstorfer.
Oberösterreichs Spitzenkandidat für die EU-Wahl, Hannes Heide, betonte schließlich, dass die Europäische Union nicht in Straßburg oder Brüssel sei, sondern hier bei uns.
„Gerade ländliche Gebiete brauchen eine starke Vertretung, dort muss die EU wieder spürbar werden. Mein Ziel muss es sein, die Skepsis gegenüber der EU abzubauen", so Heide. Es müsse transparenter gemacht werden, was die EU leistet.
Texta und Jugo Ürdens
Neben den politischen Reden gab es beim Lentos auch Musik. Unter anderem traten tr&b auf, die Hip-Hop-Legenden von Texta, Sigrid Horn (die Gewinnerin des Protest-Song-Contests 2019) und der Rapper Jugo Ürdens sorgten für Stimmung.
(rep)