Die Geschichte ist kompliziert. Der Sportplatz (sechs Tennisplätze ein Fußballfeld) in der Semmelweisstraße 29 gehört der Stadt, wird an den Sportverein des Magistrats (Präsidentin ist SPÖ-Vizebürgermeisterin Karin Hörzing) verpachtet. 20 Jahre läuft der Vertrag noch.
Nun will die Gewerkschaft younion (sie vertritt auch die Magistratsbediensteten) das Grundstück kaufen. Dafür wurde kürzlich eine eigene Gesellschaft von der Gewerkschaft gegründet – die SWS Liegenschaftsvermietungs GmbH. Einer der Geschäftsführer ist – eh klar – Landesvorsitzender der younion in OÖ und auch Vize-Präsident des Sportvereins.
Der Sportplatz soll aber weiterhin an den Verein verpachtet werden.
Nicht ganz unumstritten ist aber auch der Verkaufspreis von 1,2 Millionen Euro für das mehr als 15.000 Quadratmeter große Gelände. So befürchtet der Neos-Klubobmann Lorenz Potocnik, dass in 20 Jahren der Pachtvertrag ausläuft und die Fläche dann gewinnbringend verkauft wird. Die Neos werden im Gemeinderat am Donnerstag gegen den Verkauf stimmen.
Auch die Grünen sind dagegen. Sie lehnen die Grundstücksverkäufe durch die Stadt generell ab.
Die FPÖ sieht kein Problem in dem Verkauf. Fraktionsobmann Günther Kleinhanns: "Unsere Aufgabe als Gemeinderat ist es, zum Wohle der Stadt Linz und der Linzer Bürger zu arbeiten, ohne dass dadurch ein Nachteil eintritt. Wir sehen darin einen Vorteil für die Stadt Linz, da durch den Verkauf Geld verdient wird. Es besteht keine Gefahr, dass etwas verändert wird."
Auch die für die Liegenschaften zuständige Stadträtin Regina Fechter (SPÖ) hat nichts gegen den Verkauf, wie natürlich die gesamte SPÖ.
Die ÖVP hat das Gutachten zum Verkaufspreis erst am Mittwochnachmittag bekommen. Deshalb war vorerst noch nicht klar, wie sich die ÖVP bei der Abstimmung verhalten wird.
(gs)