SPÖ-Urgestein Ernst Höger zu Weihnachten verstorben

Ernst Höger verstarb am 24. Dezember 2019.
Ernst Höger verstarb am 24. Dezember 2019.Bild: Paul Plutsch

Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der heimischen Sozialdemokratie ist gestorben: Ernst Höger verlor am Heiligen Abend den Kampf gegen seine schwere Krankheit.

Ernst Höger war 13 Jahre lang Vorsitzender der niederösterreichischen SPÖ, 14 Jahre lang stellvertrender Landeshauptmann und 18 Jahre lang nö. ÖGB-Vorsitzender. Am Heiligen Abend verlor der 1945 geborene, gelernte Werkzeugmacher im Alter von 74 Jahren den Kampf gegen seine schwere Krankheit.

Höger wurde am 5. Oktober 1985 zum Landesparteivorsitzenden der Roten gewählt und gilt als Landeshauptmann-Stellvertreter an der Seite des ehemaligen Landeshauptmanns Siegfried Ludwig als einer der Väter der Landeshauptstadt St. Pölten. Er war Ehrenbürger St. Pöltens und bis zuletzt auch Ehrenvorsitzender der SPÖ NÖ.

Das Gemeinsame im Fokus

Der aktuelle SPÖ-Landesparteivorsitzende, Franz Schnabl, zeigt sich tief betroffen ob des Verlustes: "Unser Ernst Höger war über alle Parteigrenzen hinweg überaus beliebt und angesehen. In seiner beeindruckenden politischen Laufbahn war er für die Sozialdemokratie ein ungemein belebendes Element. Ernst war ein Mensch, der stets das Gemeinsame vor das Trennende gestellt hat und immer im Sinne der Niederösterreicher gehandelt hat."

Für die Sozialdemokratie ist Högers Tod ein tragischer Verlust. Schnabls Gedanken sind aber vor allem auch bei den Hinterbliebenen. "Mit ihm verlieren wir eine tragende Säule unserer Bewegung – Ernst Höger wird uns fehlen und immer in Erinnerung bleiben! Auf diesem Wege möchte ich im Namen der niederösterreichischen Sozialdemokratie den Hinterbliebenen mein aller tiefstes Beileid aussprechen", sagt er.

Stellungnahmen zum Ableben Högers

Högers Beliebtheit über die Parteigrenzen hinaus spiegelt sich auch in zahlreichen Stellungnahmen und Beileidsbekundungen wider, die auch am Christtag nicht lange auf sich warten ließen.

Landeshauptmann a.D. Erwin Pröll: "Ernst Höger war ein Politiker aus und mit Leidenschaft, der an wichtigen Entwicklungspunkten unseres Landes Verantwortung getragen hat. Er war sieben Jahre lang mein Regierungspartner und politisches Gegenüber in der NÖ Landesregierung. Wir haben einander als Kontrahenten, aber nie als Gegner gesehen. Höger war stets ein fairer Partner, der trotz aller ideologischer Gegensätze und Unterschiede immer die Zusammenarbeit in den Vordergrund gestellt hat. Diese gute berufliche Zusammenarbeit hat auch zu einer privaten Verbundenheit geführt. Wir haben durch alle Höhen und Tiefen bis zuletzt persönlichen Kontakt gehalten. Umso schmerzvoller ist daher für mich sein Ableben. Mein Mitgefühl gilt seiner Gattin Elisabeth und seiner Familie."

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP): "Ernst Höger hat weit über Partei- und Landesgrenzen hinweg höchste Anerkennung genossen. Er hat sein Leben dem Land gewidmet und mit unglaublicher Umsicht und Weitsicht Meilensteine für unser Land gesetzt. Einsatzbereitschaft und Fachwissen, aber vor allem seine Dialogfähigkeit und sein Wille zum Konsens und zum Miteinander haben ihn ausgezeichnet. Das macht ihn zum Vorbild für alle Generationen nach ihm. Unsere Anteilnahme gilt in diesen schweren Stunden seiner Familie."

Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ): "Ernst Höger habe ich während unserer gemeinsamen Tätigkeit im NÖ Landtag kennen- und schätzen gelernt. Er war ein Mensch nicht nur mit Handschlagqualität, ihm war das Wohlergehen der Niederösterreicher das Allerwichtigste. Seine Arbeit für Niederösterreich hat mich damals als jungen Abgeordneten sehr beeindruckt, er war ein echter Patriot! Mein tiefempfundenes Beileid gilt den Angehörigen."

ÖGB NÖ-Vorsitzender und AK NÖ-Präsident Markus Wieser: "Höger hat immer das Gemeinsame vor das Trennende gestellt. Sein ganzer Einsatz galt stets den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Mit Ernst Höger verlieren wir eine Persönlichkeit, die sinnbildlich für Handschlagqualität und Rückgrat gestanden ist und der über alle Parteigrenzen hinaus hohe Anerkennung genoss. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unsere vollste Anteilnahme gilt seiner Familie, ganz besonders seiner Ehefrau Elisabeth und seiner Tochter Alexandra."

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian: "Mit großer Betroffenheit habe ich heute vom Tod Ernst Högers erfahren. Ich habe Ernst Höger als Menschen kennengelernt, der immer das Verbindende vor das Trennende gestellt, und um das zu erreichen, immer das Gespräch mit allen gesucht hat. Ernst Höger war ein Gewerkschafter mit Herz, der gerne bei den Menschen war. Seine Arbeit wurde von vielen geschätzt. Mein Mitgefühl gilt seiner Familie."

FPNÖ-Obmann Udo Landbauer:"Meine Gedanken sind bei der Familie und allen Angehörigen. Ich wünsche ihnen viel Kraft in diesen schweren Stunden. Ernst Höger war ein großer Niederösterreicher! Durch seine Persönlichkeit und sein Engagement prägte er unser schönes Bundesland wesentlich. Mit Ernst Höger verlieren wir einen aufrechten und ehrlichen Sozialdemokraten. Sein Wirken und seine Verdienste um Niederösterreich werden niemals in Vergessenheit geraten."



AK-Wien Präsidentin Renate Anderl:
"Ernst Höger war ein Gewerkschafter und Arbeitnehmervertreter mit Herz und Seele. Er kannte die Anliegen der Menschen, weil er sich gerne Zeit für sie nahm. Er hat sich unermüdlich für sie eingesetzt. Mein ganzes Mitgefühl gilt seiner Familie."

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