Politik

SPÖ-Chefin: Je länger man wartet, umso härter Lockdown

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner sagt, dass man sofort Corona-Maßnahmen treffen müsse. Je länger man warte, umso härter würden sie ausfallen müssen.

Rene Findenig
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SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner kritisiert ein Zuwarten in der Corona-Krise.
SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner kritisiert ein Zuwarten in der Corona-Krise.
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Auf die Frage, was bei nun steigenden Corona-Zahlen in Österreich zu tun sei, sagte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner im Ö1-"Morgenjournal": "Ich war nicht für Öffnungen Anfang Februar außer bei Kindergärten und Schulen." Man habe mit der britischen Corona-Mutation eine Virusvariante im Land, die "viel aggressiver und ansteckender" sei. Deswegen brauche es jetzt Maßnahmen, die Schule müsse aber "letztes Mittel sein", um gegen die Auslastung der Intensivstationen vorzugehen.

Wenn die Zahlen weiter so steigen, "werden wir in zwei, drei Wochen an einem kritischen Punkt sein", was die Auslastung der Intensivstationen betreffe, so Rendi-Wagner. In einer solchen Situation könne man keine Maßnahmen bis hin zum harten Lockdown ausschließen, denn es gelte, den "Kollaps der Intensivstationen" zu verhindern. Die Lage sei dramatisch: Corona-Patienten würden immer jünger und kämen in einem viel früheren Krankheitsstadium auf die Intensivstationen.

"Umso härter werden die Maßnahmen"

Je länger man zuwarte, "umso höher steigen die Zahlen und umso härter werden die Maßnahmen", die man dazu benötige, die Lage wieder unter Kontrolle zu bekommen, so die SPÖ-Chefin. Denkbar seien sowohl "gelindere Maßnahmen" wie Homeoffice oder mehr Contact Tracing, als auch harte Maßnahmen wie "die Rücknahme der Lockerungen". "Wir können nicht zuschauen, wie die österreichischen Intensivstationen kollabieren. Man kann nicht zuschauen bis zwei Zentimeter vor die Wand, an die man crasht." 

Ehrlich müsse man mit der Bevölkerung sein: Die "Wahrheit ist zumutbar, wenn man faktenbasierte Entscheidungen treffen muss und sie alternativlos sind", so Rendi-Wagner. Es sei "keine Frage des Wollens", sondern eine Frage, was es nun brauche. "Niemand will das, aber noch weniger will man, dass das Gesundheitssystem zusammenbricht", so die SPÖ-Chefin. Dass es mit den Impfungen in Österreich nicht schneller gehe, liege laut Rendi-Wagner vermutlich an Lieferengpässen, mangelnder Vorbereitung auf die Impfaktion und dem Fehlen eines einheitlichen Impfsystems. Dass Menschen keinen Impftermin haben, mache sie "unrund und wütend".

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    Fast 600 Neuinfektionen zählte die Bundeshauptstadt am Donnerstag, fast 500 am Freitag. Vor einer Woche waren es mit rund 400 und rund 360 an den Vergleichstagen noch etwa ein Drittel weniger.
    Tobias Steinmaurer / picturedesk.com