Niederösterreich

SPÖ und FPÖ wollen Sonderlandtag für Lackenhof

Rot und Blau beantragen gemeinsam einen Sonderlandtag zum geplanten Aus der Ötscherlifte. Beide fordern eine Weiterführung.
30.11.2021, 12:19

Oft kommt es nicht vor, dass FPÖ und SPÖ in Niederösterreich gemeinsame Sache machen, wenn es um die geplante Schließung des Skigebiets Lackenhof geht, sind sich die Parteien aber absolut einig: Gemeinsam mit der FPÖ stellt die SPÖ den Antrag für einen Sonderlandtag, der in den nächsten Tagen eingebracht werden soll. Dann müsse sich der Landtag innerhalb von acht Tagen mit dem geplanten Aus für die Ötscherlifte befassen.

"Arbeitsplätze sichern"

„Es gibt dringenden Handlungsbedarf, wenn nicht Unternehmen über Nacht vor den Trümmern ihrer Existenz stehen sollen, wenn nicht eine ganze Region wirtschaftlich vernichtet werden soll. Die NiederösterreicherInnen verlangen in dieser Zeit zu Recht Maßnahmen, die der Bevölkerung helfen, die Arbeitsplätze sichert und Unternehmen unterstützt“, erklärt der SPNÖ-Klubobmann Reinhard Hundsmüller.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen
SPÖ-Landschaftsgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller
privat

„Mit der Entscheidung, die Lifte für immer zu schließen, wird einer ganzen Region die wirtschaftliche Lebensader abgeschnitten und den Menschen, die in der Natur Sport und Bewegung machen wollen, ein Naherholungsraum weggenommen. Es wird eine beliebte Tourismusdestination zerstört, bevor es ein Zukunftsmodell für die vielen Unternehmen und ArbeitnehmerInnen, für die SportlerInnen und Gäste, gibt“, so Hundsmüller. Dieser kündigt auch an, ein Gutachten einfordern zu wollen, dass die volkswirtschaftlichen Auswirkungen einer Schließung der Ötscher-Lifte untersuchen soll.

Wusste ÖVP Bescheid?

Derselben Meinung ist auch der Freiheitliche Landesparteichef Udo Landbauer. „Für die Betriebe und Arbeitnehmer vor Ort herrscht noch nie dagewesene absolute Planungsunsicherheit. Keiner weiß, wie es weitergehen soll und dass nur wenige Wochen vor Weihnachten! Der Erhalt der Ötscherlifte ist eine politische Entscheidungsfrage, die im Interesse der Region, des Landes sowie des Skisports ganz klar mit ja zu beantworten ist“, sagt er. Er wirft der ÖVP auch vor, dass sie anhand ihrer Beteiligungen von der Schließung gewusst haben aus. 

FPÖ-Niederösterreich-Chef Udo Landbauer
Helmut Graf

„Das Skigebiet Lackenhof am Ötscher muss erhalten bleiben und weitergeführt werden. Es geht um über hundert Arbeitsplätze, Privatzimmervermieter, Sportgeschäfte, Gastwirte und viele mehr, deren Familien vom Wintertourismus leben. Die endgültige Schließung ist eine Katastrophe für die Menschen in der Region und eine Bankrotterklärung für das vielfach gepriesene Sport- und Familienland Niederösterreich. Das ist definitiv kein gelebtes Miteinander, sondern eine übereilige Husch-Pfusch-Aktion der ÖVP gegen die Interessen des Landes Niederösterreich und seiner Landsleute. Genauso wie die öffentliche Hand Schwimmbäder oder Kultureinrichtungen mitfinanziert, muss das Land auch bei den Ötscherliften einspringen. Es ist grotesk, wenn das Land in der Wiege des alpinen Skisports immer mehr Skiregionen zusperrt. Das kann und darf nicht unser Anspruch sein“, so Landbauer.

NEOS sehen Land nicht in der Pflicht

NEOS-Wirtschaftssprecher Helmut Hofer-Gruber begrüßte die Entscheidung von SPÖ und FPÖ, einen Sonderlandtag einzuberufen, ebenfalls. „Der Gesprächsbedarf ist in mehrfacher Hinsicht groß. Offenbar sind sowohl die Menschen in der Region als auch die Regierungsparteien SPÖ und FPÖ von der Entscheidung der ÖVP überrumpelt worden. Das ist bezeichnend für das angebliche Miteinander in dieser Regierung. Darüber hinaus muss man sich auch die Frage stellen, ob Steuermittel fehlinvestiert wurden. Denn das Ergebnis spricht nicht für die Managementfähigkeit des Landes“, so Hofer-Gruber mit Blick auf die gefährdeten Arbeitsplätze.

NEOS-Wirtschaftssprecher Helmut Hofer-Gruber
NEOS

Unterdessen sieht der NEOS-Wirtschaftssprecher die Zukunft des chronisch defizitären Skigebiets allerdings nicht unbedingt in einer Übernahme des Betriebs durch das Land. Deshalb seien nun rasch Alternativen zu prüfen. „Mehr als 17.000 Menschen haben sich in einer Petition schon für den Erhalt des Skigebiets ausgesprochen. Jetzt liegt es an den Verantwortlichen, die engagierte Bevölkerung bei der Suche nach einem Investor sowie bei den Diskussionen zur Zukunft der Ötscher-Skilifte einzubinden. Was es in jedem Fall braucht ist ein touristisches Gesamtkonzept, das die Chancen und Potenziale der Region im Sommer wie im Winter hebt und Lackenhof ein junges, frisches Gesicht gibt.“