In Litauens Hauptstadt Vilnius stehen aktuell fünf Männer vor Gericht, denen vorgeworfen wird, hinter einer Serie von Paketanschlägen zu stecken. Besonders brisant: Ein Brandpaket am Leipziger Flughafen hätte beinahe ein DHL-Flugzeug getroffen. Nur durch eine Verspätung konnten laut Zeugen weitaus gravierendere Folgen verhindert werden.
Die Ermittler fanden an einer Sprengdrohne eine DNA-Spur. Diese Spur war bereits bei einem früheren Brandpaket entdeckt worden und half so, eine Verbindung zwischen mehreren Fällen herzustellen.
Die Ermittlungen bringen nun insgesamt 49 mysteriöse Brände, internationale Frachtwege und mögliche Hintermänner miteinander in Verbindung. Die genaue Vorgehensweise der Täter und die Rolle von Chat-Diensten stehen weiterhin im Fokus der Behörden.
Die vergangene Woche am Flughafen Leipzig/Halle aufgefundene Drohne mit einer Sprengstoffladung ist laut einem Medienbericht direkt auf ein ukrainisches Frachtflugzeug zugeflogen. Wie die Wochenzeitung "Die Zeit" am Montag berichtete, zeigen Aufnahmen einer Überwachungskamera, dass die Drohne gegen 19.30 Uhr auf einer Tragfläche des Flugzeugs des Typs Antonow einschlug.
In den Tragflächen befinden sich in der Regel Treibstofftanks. Auf den Aufnahmen sei zu sehen, dass das Gerät von der Tragfläche abprallte und zu Boden fiel, berichtete die "Zeit". Spuren an einem Flügel der Antonow bestätigen diesen mutmaßlichen Ablauf.
Warum der Sprengsatz nicht explodierte, sei noch unklar, hieß es. Er sei später nicht an der Drohne selbst vorgefunden worden, sondern in einiger Entfernung davon. Möglicherweise habe er sich beim Aufprall abgelöst.
Die Drohne war in der Nacht zu Mittwoch kurz vor Mitternacht zufällig von einem Mitarbeiter entdeckt worden. Zu diesem Zeitpunkt soll sie allerdings Berichten zufolge in geringer Höhe zwischen mehreren geparkten ukrainischen Frachtmaschinen geschwebt sein. Später kollidierte eine Frachtmaschine an dem Flughafen mit einem weiteren Objekt, das aber noch nicht gefunden wurde.