Kriegsopfer klagte – jetzt muss Kirche abgerissen werden

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat angeordnet, dass eine serbisch-orthodoxe Kirche, die auf dem Grundstück einer Srebrenica-Witwe erbaut wurde, abgerissen werden muss.
"Mir wurde Unrecht angetan und das hat mein Leben zwanzig Jahre lang ruiniert", schildert Fata Orlovic. Sie hatte während des Bosnienkriegs alles verloren.

"Die Serben kamen während des Fastenbrechens und schlugen mich. Ich musste eine Geldstrafe bezahlen", erinnert sich die 1942 geborene Muslima. Kurz gesagt: Es war kein Vergnügen, aber ich habe es alles überlebt."

Nicht so ihr Ehemann und mehr als 20 Familienmitglieder. Sie wurden 1995 im Massaker von Srebrenica von der bosnisch-serbischen Armee getötet. Orlovic und überlebende Verwandte wurden aus ihrer Heimat, der Gemeinde Konjevic Polje, vertrieben.

CommentCreated with Sketch.4 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Jahre später kehrte die Bosnierin in ihr Heimatdorf zurück. Doch auf ihrem früheren Grundstück stand plötzlich, wie zum Hohn, eine serbisch-orthodoxe Kirche.

Kirche muss abgerissen werden

Zwar hielten Fata Orlovic und ihre Familie andere Teile ihres früheren Besitzes zurück, nicht aber das Land, auf dem die Kirche stand. Also reichten sie Klage ein. Nach jahrelangem Rechtsstreit landete der Fall nun vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR).

Dieser entschied am Dienstag zugunsten der anklagenden Familie und fordert nun die bosnischen Behörden auf, die serbisch-orthodoxe Kirche innerhalb von drei Monaten von dem Grundstück zu entfernen. Zusätzlich soll der Staat der Familie insgesamt noch 31.000 Euro Schadensersatz zahlen.

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